Von der Rezerei des praxeas. 54z
Christo, der gestorben, die schrankenlose KraftGottes gewesen, deswegen ist der Vater gestor-ben. Es ist zu wenig Vernunft in einer solchenArt zu reden, und zu wenig Gegenjaz gegen das,was Tertullian behauptet und vertheidiget, indieser Vorstellung, daß sie daher billig keinenBeyfall erhalten. Endlich ist die dritte folgen-de. Praxeas hat durch das Wort eine Kraftverstanden, durch welche Gott seinen Willen denMenschen bekannt gemacht, und diese verhalt sichzu Gott wie ein Stral zur Sonne, der von der-selben nicht getrennet werden kan. Daß zurZeit des Praxeas einige so gedacht, wird gründ-lich genug erwiesen; nicht aber daß Praxeasselbst dieser Lehre beygepflichtet.' Wir töntenhier unsere Erzehlung schließen; müssen abernoch folgendes beyfügen. Was Prareas vondem heiligen Geist insbesondere vor Gedankengehabt, ist schlechterdings unbekannt. Daß eraber die Person Jesu Christi vor den Sohn Got-tes erkannt, ist gewis, und daher entstehet diedritte Frage, in was vor einem Verstand Pra-xeas den Nahmen Sohn Gottes angenommen,wenn er ihn der Person Christi beyleget ? Hierhaben wir zwey Antworten gesunden. Die er-ste und gewöhnlichste gehet dahin, daß Praxeasin der Lehre von der Person Christi in so fernrechtgläubig gewesen, daß er ihm zwey Naturen,eine göttliche und eine menschliche, beygeleget,und nur darinnen geirrer, daß er gemeinek, ebendie göttliche Person, welche wir den Vater nen-nen, habe mit sich selbst die Menschennatur ver ei-niget.