Band 
Erster Theil.
Seite
788
JPEG-Download
 

-88 Von der Religion

dem wird es sehr begreiflich, daß die Manichäereine Menge von den in der Religion der Christengewöhnlichen Nahmen, Redensarten, undWörtern haben können, ohne nur den geringsten Begrif mit ihnen gemein zu haben. Sie re-deten von der Dreyeinigkeit, von dem erstgebohr-nen Sohn Gottes, von Christo, vom Geist,vom Fall, von der Erbsünde, vom Tod des Er-lösers, von den Gnadenwirkungen des heiligenGeistes, von der Buße, von der Heiligung,vom jüngsten Gericht, von der Hdllenstrafe,von Taufe und Abendmahl, und doch wenn sieerklären sollen, was sie dadurch verstanden, wa-ren die von ihnen damit verknüpfte Begriffe, vondenen, so die Religion der Christen damit zu ver-knüpfen befielet, so weit unterschieden, alsWahrheit und Jrtum verschieden seyn kan. Eswird ferner sehr begreiflich, daß sie viele biblischeSprüche und Beweise ihrer thdrigten Meinun-gen anführen tonten, ohne einen einzigen richtigzu verstehen. Die Schrift redet von Licht undFinsternis: sie redet von Geistern, die in derLuft herrschen: sie nennet Christum eine Sonne,u. d. g. Dergleichen Stellen dieneren den Ma-

nichäern, ihren Lehren ein biblisches Ansehenund ihren Reden einen biblischen Klang zu ver-schaffen und dieses war ihnen zur Verführungder einfältigen Christen und zur Verblendung de-rer, welche die wider sie ergangene Stcafgesezevolziehen sollen, sehr Vortheilhaft. Man thutalso übel, wenn man den Manichaern eine Ue-

herein-