59» Von der Religion
ein Logicus im rechten Verstand gewestn. Zwey-teils, es ist falsch, daß Mani und seine Anhän-ger ihre Religion vor Philosophie gehalten. Siehaben zwar gegen andere die vernünftige Reli-gionsprüftmg empfolen; dock ihren ganzen Glau-ben auf das Vorurtheil des menschlichen Anse-hens gebauet und das ist nicht philosophisch.Drittens kan diese Meinung zur Milderung desUrtheils überHie manichaische Religion gar nichtsbeytragen. Wer ein christlicher Philosoph seynwil (denn vor heidnische Philosophen sollen dieManichäer doch nicht gelten) kan niemals einSystem annehmen, bey dem der eine Theil dergöttlichen Offenbarung ganz verworfen w,rd;der andere aber schlechterdings durch wilkürückeErklärungen aufhöret, das zu seyn, was er wirk-lich ist.
Annr. Auch dieses ist ein beansobrischer Saz, denLardner p. 205. Igg. kürzer und klarer vorgetragen.Von der eignen philosophischen Känntnis des Mani. haben wir oben schon gehandelt. Daß die Manichäerden einfältigen Glauben der Cbrillen geradelt und ver-nünftige Prüfung gerübmet, ist aus vielen Stellen desAngustini klar, sonderlich aus seinem Buch äe utiU-tate croäonäi. Doch ist auch nicht zu vergessen, daßdas Wort irieniä» in den Stellen, da er von denMa-nichaern schreibet; non exhibent /crevtram, gusmpromirrant, z. 6. guseld. I.XVIII. und l>XXXIII.«le äiverlis, und contra epild. furnlam. ca/,. r z. § 17.wol nicht in dem strengen Verstand zu nehmen sey,welchen ihm die heutigen Philosophen geben Viel rich-tiger erweiset Mosheinr p. 747. daß das blose Anse-' hen des Mani statt aller Beweise gewesen, wodurchdie Manichäer die Wahrheit ihrer Vorstellungen zu er-weisen gesuchct. -
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