5 22 Streitigkeiten
die erste Stelle einräumen. Wenn auch dieseUrfach nicht vorhanden, so würde dock die un-leugbare Wichtigkeit der Religionsfragcn, überwelche gestritten worden, und die ausgebreiteteFruchtbarkeit einer genauen Känmis dieser Strei-tigkeiten beides unsern Fleis und der Leser Auf-merksamkeit so wol gereizet, als verdienet haben.Die Fragen sind an sich sehr erheblich gewesen:sie gehören zum Theil zu den Grundlehren dergeoffenbarten Religion: zum Theil stehen sie mitdiesen und andern von gleichem Gewlckt in einergenauen Verbindung; sehr wenig können mitRecht zu den theologischen Aufgaben gerechnetwerden, sondern die verschiedne Arten sie zu be-antworten, trennen auch noch ganze Partheiender Christen von einander und in einigen dersel-den ihre eigne Lehrer und Schulen. Dadurchist der Vortrag der Glaubenslehre und der Mo-ral mit einer solchen Menge von scharfsinnigenErklärungen, Bestimmungen, Einschränkungen,und ganzen Säzen bereichert worden, welchealle aus der Historie der pelagiamschen Streitig-keiten Klarheit und Licht erwarten und reichlichempfangen, daß wir noch iezt die Känmis der-selben dem gelehrten Lehrer der Religion vor un-entbehrlich halten müßen. Unser Urtheil wirdvorkommen durch die grofe Zahl berühmterSchriftsteller 'gerechtfertiget, welche von so ver-schiednen Nationen und christlichen Hauptpar-theien wie um die Wette sich bemühet, diese Ge-schichte zu untersuchen und aufzuklären. IhrFleis hat unsere Bibliotheken mit vielen Folian-ten