mit den eigentlichen pelagianern. 521
ten bereichert. Dadurch sind nun zwar die Sam-lun.qen der in den Schriften der alten zersireue-ten Nachrichten sehr volständrg gemacht und un-leugbar zu ihrer richtigen Erklärung viel Gutesgesaget, allein auf der andern Seite ist die Ar-beit des unpartheiischen und kritischen Geschicht-schreibers ungemein vergrdsert und zum Theil er-schweret worden. Wir werden unsern Ver-trag in drei Hauptabschnitte theilen. In demersten werden wir von den Pelagianern: indem zweiten von den halben Pelagianern: indem dritten von den Pradestinatianern han-deln. Bei einer jeden Art dieser Streitigkeiten,die nicht von einander getrennet werden dürfen,sollen erstlich die uns bekante Begebenheiten ge-samter und berichtiget: hernach die Streitfra-gen mit möglichster Sorgfalt vorgetragen underkläret: endlich die Streitigkeiten selbst beur-theilet werden.
2lnm. Es wird nicht ohne Nuzen seyn, die hier mitge-theilte algcmeine Anmerkungen etwas gnauer zu erklä-ren. Um unsern Lesern verständlich zu werden, müßenwir voraussezen, daß die pclagianiscken Streitigkeitenim weitläuftigcn Verstand ( d. i. die Irrungen mit denhalben Pelagianern und Prävestinatianern, wennanders solche dagewesen, mit einbegriffen ) eine Meng»von Reiigionsfragen betroffen, welche unstreitig zu denschwehrsten und dunkelsten Theilen des christlichen Lehr-begrifs gehören. Einige Nebenfragen dürfen hier nochnicht in Betrachtung kommen. Die Hauptsache kam aufdas Verhalten der natürlichen Kräfte des Menschen gegendie von Gott bekantgemachte Heilsordnung an und ver-breitete sich ganz natürlich über die Beschaffenheit der na-türlichen Kräfte, da der eine Theil ein algemeines Verder-ben durch die mittelst der natürlichen Zeugung fortgepflanz-te Erbsünde und daher entstehenden Mangei aller Frei-Kk 5 heit,