Band 
Vierter Theil.
Seite
525
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mit den eigentlichen pelugianern. s 2 f

dec That die Streitigkeiten über den pelagianischen undaugustinianischen Lehrbegrif, und wurden noch dazuvermehret. Einmal war es sehr natürlich, daß beidem gesamten Angrif, den die Protestanten auf die rö-mische Kirche thaten, fast alle diese pclagianiftheStreitfragen in Betrachtung kamen, und dieses gescha-he sebr früh. Sie waren es, über welche die zwei in die-sen Sachen gelehrtesten Männer auf beiden Seiten Lu-ther und Erasmus den Kampf anfiengcn. Und werdie Geschichte und Lehrsaze der Kirchenoersamlung zuTrioent kennet, der wird uns eingcsteben, daß dieseStreitigkeiten dadurch unaufhörlich worden. Die rö-mische Parthei behauptet immer: sie lehre nicht wie diePelagianer , noch wie die halbe» Pelagianer, sondernwie Augustinu». Und die Protestanten verbinden nichtohne ttrsach, mit den viel wichtigern Wiederleguugs«gründen, welche sie aus der heiligen Schrift nehmen,den Beweis, die römische Kirche lehre nicht, wieAugustinun, sondern trete, wo nicht den Pelagianern,doch gewis den halben pelagianern sehr nahe. -Her-nach sind zwar die beiden Hauptparkheien der Prote-stanten seit Lalvins Zeiten über eben diese Fragen zumTheil getrennet, ihre Einigkeit aber über den achten Er»kantnisgrund des christlichen Lchrbegrifs macht ihnendie Fragen: was lehret Pelagius? was Angustinn»<was Lafiranus^ sehr unerheblich. Dennoch aber ist esnicht unterblieben und der Parthciqeist hatte auf beidenTheilen selbst in blos historische Untersuchungen dersel-ben einen Einflus. Augnstinn» wurde von einem Theilmit sehr übertriebnen Lobsprüchen überhäufet und vondem andern oft übel erkläret. Und seitdem SirmonöGelegenheit zu der Frage gegeben, ob eine Parthei derPraOestinatianev die Kirche beunruhiget, ist es beina-he unter den Lutheranern vor Orthodoxie gehaltenworden, sie zu bejahen, und unter den Neformirlen. siezu verneinen. Ferner wurden in der römischen Kircheüber die oft gedachte Fragen die Kriege erneuert und mitvieler Heftigkeit geführct. Kaum war der Jesuiten-orden in dem Besitz einiger öfcnklichen Schulen, so wur-den sie laut beschuldiget, daß sie nicht lehreten, wie Au-gustinus; sondern wie Pelagin«, oder die halben pe-lagianer. Und diese Klagen dauerten bis auf unsere

Zeiten.