Band 
Vierter Theil.
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s 24 Streitigkeiten

seine eigne Einsichten und auf seine eigne Kräfte, tugend-haft zu handeln, ja Heldcnkugenden zu verrichten, stolzist. Es wird daher die Philosophie immer an solchenStreitigkeiten der Theologen recht vorzüglich Antheilnehmen und die Verschiedenheit der philosophischen Par-theien wird auch eine Verschiedenheit, von diesen theo-logischen Streitigkeiten zu denken, hervorbringen. Al-les dieses vereinigte sich, in der christlichen Kirche überdie pelagianische und augustinianisthe Lehrart Unru-hen zu erregen. In dem neunten Jahrhundert kam eszu einem öfentlichen Streit, dazu ein Münch Gorrfthalkdie erste Dcranlaßung gegeben. Unpartheiische Kennerdieser Geschichte werden uns zugeben, daß man damalsschon uneinig war, was Pelagius, und was Augu-stiners gelehret und von den stretcuden Theilen behaupte-te jeder, er lehre nicht, wie Pelagius, sondcrn wieAugustiners. Je mehr die scholastische Theologie indas Aufnehmen kam, desto deutlicher zeigte sich der Ei-fer, bei aller unwiedersprechlichen Verschiedenheit der'Vorstellungen und Lehrsaze, seinen eignen Lchrbegrifvonallen Verdacht, den pelagianischen oder halb pelagia-nischen Jrtümern geneigt zu seyn. zu befreien: deßenUebereinstimmung mit Augustini Vortragen zu behau-pten, und welches wol zu bemerken, dieft mit den inder Kirche neuerlich aufgekommenen Lehrsazen, Anstal-ten und Uebungen so wol als der Philosophie zu verbin-den. Es ist bckaut, daß daher ein sehr groser Theil derAwistigkeiten zwischen den Thomisten und Scoristen ent-standen, und wir werden unten erweisen, daß selbst dieFrage von der Beschaffenheit und dem Grad der angeb-lichen Unfundlichkcit der Jungfrau Maria aus dieserQuelle gestoßen. Wir wißen nicht, ob wir es vor einGlük, oder vor ein Unglük der christlichen Religion hal-ten sollen, daß zur Zeit der Scholastiker man diese Strei-tigkeit vor eine blose Kathedcrangelegenhcit gehalten:wenigstens nie als eine öfentliche Kirchenstrciligkeit be-handelt und nach der damaligen Verfassung keine vonden gewis einander wiedersprechenden Parrheicn öfen stichverkezert, und wenn es geschahe, wie bei demwiclef, solagen dochandereUrsachenderVerdammung zum Grund.Ob sich nun gleich durch und nach der Reformation dieLage der Sachen ziemlich geändert, so blieben doch in