Band 
Vierter Theil.
Seite
838
JPEG-Download
 

6z 8 Streitigkeiten

halten. Vielleicht wäre der Pelagianismusnie so berühmt und nie so schädlich worden,wenn man blos den Theologen als Privat-schrifrstellern die Sache überlasten hätte. DasGesuch der obrigkeitlichen Hülfe, welches ansich nicht unrecht war, war in diesem Fal al-lerdings unrecht. Hätte man sich in Afrikanicht vor den Zoftmum gefürchtet, wer weis,ob man diesen Schritt gethan? Strafgeseze,welche den Irrenden die bürgerlichen Rechtenehmen, ehe diese erweislich bürgerliche Gese-ze übertreten, oder die öfentliche Ruhe gestö-ret, sind allezeit gefährlich und der kaiserlicheHof handelte sehr wieder die Klugheit, indemer solche gab, und Gefahr lief, erst dadurch indie gottesdienstliche Geselschaft Rotten einzu-führen. Eben so urtheilen wir auch von demZwang, die Unterschriften zu erhalten. Unsscheinet der Fal noch nicht da gewesen zu seyn,wo die Abfaßung symbolischer Bücher nichtigund nüzlich ist. Man siehet aus den Vorstel-lungen, daß bei weiten der grdste Theil derLehrer von diesen Streitigkeiten nicht gnug un-terrichtet gewesen: vielweniger gewust, ob dieAngeklagten ihrer Fehler überführet waren.Hier wäre, wenn ja was hätte unterschriebenwerden sollen, gnug gewesen, die zu empfeh-lende Lehren, blos im dogmatischen Ton vor-zutragen, und nicht überal polemisch und mitdem Anathema zu reden. Man mus sich in derThat verwundern, daß durch diese Schritte dieUnrtchen nicht grdser geworden sind, und die-ses