V-N der Geometrie. 6s
nod) ausrechnen, von welchen grossen Nutzen in derTrigonometrie gezeigt! wird. Wie hoch nun undunaussprechlich dieselbe bey unserer Bau-Kunst zuMen sey, zeigen alle durch ihren Rath angegebeneDmge; denn ist dieselbe nicht mit dabey gewesen/so wird auch das ganze Werk nicht viel taugen, wiewir noch lebendige Exempel gnug davon finden, wennwir nur oftmals die uhralten Schlösser und nun-Mehro meist, eingegangene Land. Gebäude betrachten,wie dieselben aussehen, was sie vor Verhältniß ha-ben, da findet man weder Geometrie noch Symme-trie daran, und kann man sich den elenden Zustandder Wissenschaffken, und sonderlich derBau.Kunst,derselben Zeit gar leichte vorstelleu; sehen wir nunm Gegentheil die jetzigen Zeiten und in denenselbigenden Flor der Wissenschaffken an, so muß man beken-nen.daß es noch zu keiner Zeit, wovon man genaueNachrichten haben kann, so hoch gekommen sey, da-hero wir billig hohe Ursache haben, GOtt vor solchegesegnete Zeiten zu danken.
Sonst ist die Geometrie eine solche Wissenschaffk,so da lehret, den Raum, so alle superficiale und kör-perliche Figuren in sich fassen, auszumeffen und aus-zurechnen.
Sie soll allhier in 8. Haupt«Disciplinen getheiletwerden, um uns dieselbe recht begreiflich zu machen.
Als: I. in Geometrie, die Kunst, alle Figuren auf-zureiffen.
2. Planimetrie, die Kunst, alle Flachen zumessen.
Z. Stereometrie, die Kunst alle Cvrper auszumessen.
4. Trigonometrie, die Kunst, alle "Winke! zu messen,
f.Longimetrie, die Kunst, alle Längen zu messen.
6. Aitimetrie, die Kunst, alle Höhen zu messen.
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