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Büchsenmacher, oder zu Suhla Schlosser genannt.
Theilen sich, ihrer verschiedenen Arbeit nach, in gewisse Klaffen, als:i) Rohrverschrauber.a) Schloßmacher,z) Zeugmacher, und diese wiederum») in Plaltenmacher, undd) Garniturmacher.
Nur einige wenige haben sich beflissen, alles was am ganzen Gewehrvon Büchsenmacherarbeit ist, selbst verfertigen zu können, die übrigen allemachen nur Stücken, woraus denn die verschiedenen Classen derselbenentspringen. Sie müssen alle einerley Meisterstück, nemllch einen ausge-zogenen verschraubten Büchsenlauf und ein tüchtiges Schloß machen.Wenn nun ein bloßer Garniturmacher Meister wird, so kann er nicht-von diesen machen, sondern läßt es sich von einem andern verfertigen.Wer also nur das erforderliche Geld fürs Meisterwerden bezahlt, und einFeuerrecht hat, wird auch als Meister angenommen. Daher entstehenschlechte Meister, welche, da die Kaufleute keine Arbeit bey ihnen machenlassen können, auch nicht zur Galanteriearbeit geschickt sind, sich auf Trö-deley und heimlichen Gewehrhandel legen, auch beständig Klagen über dieKaufleute führen, daß sie ihre Arbeit nach Gunst austheilen und viele Mei-ster negligirten rc.
Die Anzahl der Meister ist auch nach Proportion der Fabrik zu ge-ringe, vorzüglich aber fehlt es bey großen Lieferungen an der zureichendenMenge tüchtiger Schloßmacher. Denn wenn man auf zwey Meister auchallemal noch einen Gesellen oder Jungen, mithin einen jeden Meister wö-chentlich vier Schlosse anrechnet, so werden dreyßig Schloßmacher (alssoviel jezt höchstens vorhanden) jährlich nicht mehr als 6,40 Schlössermachen.
Wenn nun aber ein Büchsenmacher zu der Zeit, da keine Gewehrlie-ferungen sind, sich dennoch mit Galanteriearbeit nach Schmalkalden, sowie die zu Mehlis und Zelle, erhalten könnte, und die Schloßmacher, al-die geschicktesten unter ihnen, sowohl zu dieser als auch zu andern feinenGalanteriestücken und allerhand Stahlarbeit die Fähigsten sind, und da-her die Menge der Meister bey diesem Gewerkt, der Fabrik und dem Pub-liko zu keiner Zeit zur Last fallen kann, lodern die Fa'wik vielmehr dadurchin dem Stand gesetzet wird, alle nur mögliche Bestellungen, ohne Zuthun