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übertreffen, maßen diese nur in welchem Stahl, Gold und Silber ein-zulegen wüßten, aber den harten Stahl auf diese Weise zu behandelngar nicht verstünden, daher jene Waare dem Roste sehr leicht ausgesetzetwäre.
Sie arbeiten theils für die Spangenbergische Handlung, theils fürHorneffern, sie liefern auch Stücke nach Schmalkalden, und sonst anFürstliche Höfe oder Particuliers, die es bestellen, ausserdem ist ihr Ab-gang im Ganzen nicht groß.
Allerhand freye Künstler.
Dieses sind mehrentheils Goldarbeiter, so für freye Künstler er-kläret worden, und daher kein Conceßionsgeld erlegen dürfen. Einigeunter ihnen vergolden in Eisen und Stahl, und machen französischevergoldete Läufte. Zu den Künstlern überhaupt könnte man auchnoch au« vorher erwähnten Zünften verschiedene, doch nur einzelne Per-sonen zählen. So giebt es z. B. unter den Graveurs feine Pctt-schlerstecher in Stahl, Zierrathsbanzen, auch Formen und Matricen-verfertiger. Eben so sind unter den Schlossern auch einige, so grobeGalanterie nach Schmalkalden, chirurgische und sonst feine Instrumen-te Französisch blau, versilberte und vergoldete Stahlarbeit, weiße undgelbe tombackne Gewehrgarnituren, Wtndbüchsen, Reißzeuge und Feuer-spritzen verfertigen.
Der geschickteste unter ihnen war ein gewisser Karges, so die feinsteenglische Galanteriestahlarbeit dergestalt bearbeitet, daß Kenner diejelbesogar der schönsten Arbeit der Engländer selbst vorziehen.
Büchsenschcifter.
Sind * Proportion aller nur möglichen Bestellungen, so sich erwar-ken lassen, (wozu roooo als das höchste angenommen) in der Anzahlzu viel, denn wenn man annimmt, daß unter zwey Werkstätten nureine einen Gesellen oder Lehrjungen hat, und in so ferne nur jede alsanderthalb Mann gerechnet wird, so können füglich 500 Gewehre all-jährlich in jeder Werkstatt geschälter werden. Mithin gehören zu 20000Gewehre zu schälten, nicht mehr, als 40 Werkstätte oder Meister. -Es waren aber »776. 56 gegenwärtige Meistep, 15 abwesende, die
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