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Neue Curiöse Geschütz-Beschreibung : Worinnen nicht allein ausführlich gehandelt wird von unterschiedlichen Manieren und Gestallten derer Gieß-Oefen, darinnen allerhand Arten Stücke, Haupitzen und Mörser etc. zu giessen ... / heraus gegeben von ... Michael Miethen
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9
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Cap.UL Von unterschiedlichen Leimen/zur Zier/Mantel ic.

kan/ und dieses geschicht auch wol mit starcken Spindeln/ wenn sie nicht fleißig/ sambtden Mantt! / allezeit umgedrehet werden.

Der vcrlohr- Der verlohrne Kopff/ soll vor allen Dingen groß genug mit geformet

GußÄbey^verden / die Ursachen dessen werden unten angezeiget,alle Geschütz' Der Gestalt-Leimen / muß also beschaffen seyn/ daß er in währendenschwer und trucknen nicht seht reisse / auch daß er leicht wiederum abfalle.

Natur d"s Hierinnen ist unmöglich / eine General Regul vorzuschreiben / weilenGestalt-Lw der Leimen an unterschiedlichen Oerttrn gantz ungleich; Die rechte Eigen-schafft eines jeden insonderheit muß entweder aus eigener pruxi oder aus an-derer Erfahrenheit erkant werden.

Wo der Leimen / eines Orts nicht gar zu fett / sondern etwas Mager / kan folgendeClompolikion zu demGestalt-Leimen genommen werden,omposition Neun theil qeschwembrer Leimen.

Dreh theil alter Leimen.

Umm> - Sünfftbe« Kühm«li>

sieben theil Kuhhaar.

QEvolition Zum klar eingeben / drey und ein halben Theil karen frischen Leimen/rüm klares drey theil Kuhmist; Ehe der Zier-Leimen aufgegeben wird / muß die Ge-geben. statt mit Rindern-Unschlit (welches wegen seiner harte das beste ist) eingelas-sen und nichts gesparet werden / damit die Gestalt / von Mantel wohl abfalle.

Cap. III,

Von unterschiedlichen Leimen/ zur Zier/Mantel

und völligen Ausformen.

Zier-Leimen. ^^ Er Zier - Leimen (wofern die Wappen und Schkifften rein fallen/undEs^nicht zusammen fliesten sollen) muß wohl in acht genommen werden/al-ler Leimen/welcher dürr / sandig und mager / taugt hierzu gar nicht / weilen das heißeMetall/ in denselben zu sehr einftkst.- derohalben muß hierzu der beste und in Feuer be-ständigste Leimen erwählet werden.

o>mposwon Ein guter Deck und Zier - Leimen ist auch dieser. Zwey Theil frischdesselben, gxschlemmten Leimen /so wieder dürr gemacht worden/ und dmch ein klarHaar-Sieb gesiebet / ein Theil alten Leimen / oder schon einmahl gebrauchten / auch klargesi'ebet / darunter so viel genug ist / etwau ein Theil aufgerüttelte Scheerwolle.

Wenn man desjenigen haben kan/aus welchen die Tiegel in Glaßhütten gemachtwerden / ist solcher vortrefflich; Er muß aber folgender Gestalt vermischt werden,sinbettcom. Sechs-Theil durchgesiebten/ geschwembten neuen Leimen / ein halb£? s,t ^Theil Ziegel - Mehl/ein Theil von obgemeldten Tiegel - Leimen/ und nach ad-mens venant,etwas Eisen-Farbe: In Mangluttg dessen / können von alten/schwachen/ zersprungenen Schmeltz - Tiegeln/ nach Erforderung der 4?atur des Leimes/zugesetzt werden / es muß aber alles sehr klein gestoßen/ und gesiebet seyn.

Erkantniß Eine gute Erkätttniß des Leimens/ ist so viel/ als die halbe Arbeit voll-

!eyfi>rmi"^ bracht/denn so hierinnen liederlich verfahren wird / muß mannachmahls de-rungdesGe-stomehk Arbeit darauf wenden.

schützesdas <^ n obigen Zier-Leimen kau man subtile Scheerwolle mit untermi-vomehmste. j^ clt/ - e j 4 U g CC solcher geschlagen und jemehrer itt Morset gestossen wird /jebesser ist es / das Kühmist - Wasser ist hierzu am allerdienlichsten.

Solcher Leimen / karr auch mit etwas Gummi Arabico / aber nicht gar zu dünn an-Leimen zum gemacht werden / welches die Theile / Staublein und Körner des Leimeus/Mantel, dichter beysammen halt / daß das Metall/ nicht so eindringen kan; Der Lci-

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