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Neue Curiöse Geschütz-Beschreibung : Worinnen nicht allein ausführlich gehandelt wird von unterschiedlichen Manieren und Gestallten derer Gieß-Oefen, darinnen allerhand Arten Stücke, Haupitzen und Mörser etc. zu giessen ... / heraus gegeben von ... Michael Miethen
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78
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*3 Caj?. xxvii. Was einem Büchsenmeister zuwiff'N vonnölheu?

ber des Stückes solle gebohret werden/ entwedervon neuem ausstragen/ oder zum we-nigsten einen schonfem'gen Maaß - Stab verstehen lernen.

Nach solchem Maaß-Stabe nun / und nach vorgegebenen Gewichte der Kugel/oder Grösse desCalibers/ alle Geschlechter der Stucke in begehrter oder vernünfftigerSearcke / nnd sauberer Proportion /.vollkommen auffceissen.

Bey Probierung der Stücke (sie sind neu oder alt/vorhero als auch darnach)alles wohl visimen:

Oodas Srück Gruben habe ?

Ob der Kern oder die Seele des Stückes recht in der Mitten stehe/oder auffei-ner Seiten mehr Metall/als auff der andern habe ?

Ob nach gethanen Prob-Schüffen sind Spünde im Kopffe und bey den Schild-Aapffcn/auch wohl im Munde erweisen? ObdasStückbcy dem Grcntz-Eisen keineÖffnung habe? Ob die mittlere Vcrstabung nicht zu hoch ?

Ob das Stück nicht zuweit über den gegebenen Caliber gebohret?

Ob die Schild-Zapffen recht Winckelrechc / und an gehörigem Orte stehen/da-mit das Stück nicht vorwichtkg sey 1

Ob das Zünd -Loch / so es von oben nicht zuweit gebohret ?

Endlich / ob es auch seine rechte Metall - Starcke im Boden / bey den Schild-Zapffen/und im Munde habe ?

etkir SR:m* Auff dieses f.'lget das montiren der Stücke / nemlich / daß man solchedining. mitLavettenund anderer Noihwendigkeitversche/welche er auff dem Pap-pier nicht allein wohl raffen / sondern denen Haudwercks-Leuten / samt den Beschlaganzugeben wissen soll/ damit die Stücke wohl und fest geschlossen liegen / auch die Rä-der in Feld-Zügen ausdauren können / benebenst aber kein übriges Eisen- Werck geben /wo es nicht vonnöthen. Von welchem allem ich anderwärts genungsamen Bericht er-stattet.

Lad-Zeug. Den Lad- Zeug betreffend / bestehet solcher / wann man mit Patronenladet/in nichts als einer cintzigen Stange/an der er einem Ende ein Kloppen oderSetzkolben/etwas kleiner als der Caliber des Stückes/und beylauffig / nachdem dasStück groß ist/ Caliber lang/auch wohl kurtzer; Am andern Eude aber ein etwaslängerer/fornenhalbwunder5iolben zum Wischer/welcher/ wann das Schass-Fcllnicht gar zu dicke/zwey Dritte! von der Kugelhaben soll / ohne einige Zierrmhen oderAbsätze / auch ohne Rincken / damit das Fell über dem Kolbenau der Stange/ (die vonhartem Holtz seyn soll/) könne angenagelt und befestiget werden / auffdaß sich das Fellim herausziehen nicht ansetzen / und überstreiften könne.

Die Ladschauffeln wieviel sie nutzen/habe ich anderwärts erweisen? Dcchero ich hiernichts anders melde / als daß alle Autoces / in Auffschlah^ng derer / auff ihren K olben/wie auch die Wischer / also starck auff die kupfferneNägel dringen/damit das Pulverim Einführen nicht etwa Feuerfange/wann ein solcher Nagel etwa auff einen Stellnkäme. Es ist nur eine lächerliche Vorsorge / und ist noch niemahls ein solcher Casus!erhöret worden/ ia es kan auch nicht seyn/dann Ivan Eisen und Stein Feur geben sollenso muß d e geschwinde und Starckean einander schlagung solches verrichten.

Daß man aber ohne Verschüttung des Pulvers / mit der Schauffel durch hefftkgrsAnstössen ein Feur erwecken tönte / bestehet nur in einer bloßen Einbildung / sonstenkönte eine grosse Stück-Kugel bey deren Einlauft solches viel eher verrichten? Weilenohne dieses das Laden mit der Lad-Schauffel das Pulver im Stücke verstreuet und her-um sudelt«

Wann das Sturß-Blech oder ein dick verzientes so zähe/und von Regen undNässe so frey/ als das K.ipffer wäre / fönte solches keck an stat desselben erwehlet wenden.Es wird der ienige sehr alt werden müssen / der da erleben wil / daß man mir einer eiser-nen