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Neue Curiöse Geschütz-Beschreibung : Worinnen nicht allein ausführlich gehandelt wird von unterschiedlichen Manieren und Gestallten derer Gieß-Oefen, darinnen allerhand Arten Stücke, Haupitzen und Mörser etc. zu giessen ... / heraus gegeben von ... Michael Miethen
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Cap. XXX vm. Von unglnchen Zurück-Lauffdes Stückes.

schütz/wann die Zünd-Löcher zuweit vorgebohret/stosset zurück/davon ich eben einmehresgemeldethabe.

Je besser das Das Zurück, treiben des Pulvers geschlcht viel ober wenig / nachdemstärckÄei- ks gut oder schlecht/starck oder schwach ist. Je besser das Pulver / je schnellerbrtszvrück' entzündet esjsich/erfordert zu seiner Erweiterung mehkPlatz und beweget dasStück um so viel mehr/wie geschwinder es durch das Feuer auffgelöst wird.

Das schlechte Pulver machet nicht so viel Feuer als das gute / weil das Salß/undirrdische unlautere Wesen im Salpeter die überfiüßigen Kohlen und Schwefel keine sichausbreitende Flamme machen können / sondern nur tod im Pulver sich ausschalten / unddie Gewalt des Salpeters nur mehr schwachen helffen. Dahero weil ein solches Pul-ver / wann es durch das empfangene Feuer aufgelösetfmtö rareficirt wird / keinen sol-chen Raum / als ein gutes zu seiner Erweiterung bedarff; dahero wirdauch der Triebum ein merckliches/ gcmin dert.

2nÄgÄ Daß nun von etlichen geglaubet wird / die Kugel sey schon von der er-Pulvers rich sten Entzündung in diejenige Linie gebracht / welche man abgesehen / daß derletdieKugel ungleicheAurücklauffoderVerrückung des Stückes oder dessen Lavett / ihrgeschmeLiniekeinen falschen Gang verursachen können/ist nichtig.

Beweiß. Dann man nagele / wie in vorgehenden Capitul gemeldet worden / ne-ben die Räder und Lavet doppelte oder sonst starcke Latten an/ daß sich das Stücke auffkcineSeite wenden kan/so wird man sehen/daß die Schüße in einer beständigen Linie ge-hen swohlzuverstehen/daß das übrige so zum guten schießen erfordert wird/seine voll-kommene Richtigkeit habe.)

Man mache aber solches wieder frey/daß es seinen Rücklauff selber nehmen kamwie es will/so wird es wohl.unterwegcns bleiben müssen/man richte es auch so gut alsman kan.

Proben mit Die Proben /die man etwa gethan/daß man ein Stück frey in Lufft angehänckten Ketten gehencket/um zuerweiscn wollen/daß die Kugel schon aus demStttcke/Stücken wer-ehe sich solches in eine andere Linie als man es gerichtet verrücke/lasse ich dahindm verworffe^bellet seyn/und sage nur dieses/warum die jenigen Stücke/welcher Lager-Punct/recht in der Mitten des völligen Gewichts stehet/im loßfchiessen sichforn sencken/und die Kugel auffgellen machen.

Wann die Hintere Wichtigkeit des Stückes/gute Schüße bringet/und die schwe-ren Stücke sich nicht so leicht verrücken/und dahero gleicher» und beständigem Schußhalten als die leichten; Wie es dann in der Warheit und tausendfältigenPrapin genug-sam erwiesen: so möchte ich gerne den schen/der nicht in Gedancken/ sondern in Werckerwiesen wolte/daß die Verruckung oder Zurücklauffder Stücke die Schüß nicht andernsolre/hat eine solche schwere Machina/die damit der Lavet und Rädern gleich als einenZaum gehalten wird/zuthun/sich gegen der Gewalt des Pulvers und gegen einanderstoßende Lufft in etwas sich zucrhalten/was wird nicht ein in Ketten oder andere weißfreygehencktes Stück/ vor Bocks-Springe machen/ und lauter ungleiche Schüß verur-sachen.

Mann die Erschütterung oder Verruckung des Stückes denSchiessen keinen Man-gel brachte / könte man mit guterRichtigkeit allezeit das vorgesetzte Ziel treffen;es ist aber nur zuwünschen/aber künstlich zu prsÄicr-

ren.

Cap.

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