Cap.xxxvii. Was von den Erd-MörfelttAtt halten? . IZ7
so wenig hindern/alS denen einfaitigeü AeirunZs - Schreibern verbieten / vielmahls diegrossen Lügen drucken zu lassen/als da etmttist/ da',; der Königin Franckr,eich zo<^>.Stück in Straßburg bekommen. Andere schreiben von einem Feüerwerckcy/ welcherauffden dickeften Ercheu-Baumausdem Möisel werffen köirte/daß solcher in derGe-^schwindigkeit biß auff dieWurßel abgebrenne. würde. Ein andere/daß der.König von'Franckreich6ooFeuerwerckerhabe unterrichten laßen/da es doch nurHand-Grana^tierer/aus Mußqvetierern gemacht/gewesen. Ein ander daß man in Bäyern Morsetcrfunden/so da isoo.Klafftern würffen. Ein ander/daß man Pulver hatte / welches/zum Excmpel/zu Straßburg eingesetzet/durch einen Theil von diesem Pulver / seerwanz«Briesach angezündet würde/zugleich mit in Brand bringen könte. Solche Künstlerhaben diese rare Sachen im heiligen Mondschein praÄiciret.
Das gute Meines Erachtens bestehet das gute Werffen in einem besondernFleiß/einm^rechter Vernunfft und fuäicio/samt Unterscheidung und Erkantniß allersondernFleiß.Zufalle/uicht aber in solchen eingebildeten Schwachheiten. Man kan ftey-lich gute Würffe auffcinen engen Platz thun / aber nicht allemahl / weilen die Verande- .mng in vielen Dingen/so ich oben angezeiger/gar zu groß ist.
Cap. XXXVI.
WasvondmErd-Mdrseln/oderCrd-Würffen/zuhalttn/
und wie solche zu verfertigen?
NErdmör^k^Ie Erd-Mörsel sind erfunden worden / damit man könne eine Last vonÄ Cemnrr ^^vielen Centnern auff einmahl werffen.qeworffenwer- Der vornehmste Autor dieserErd-Würffe istherofft gemeldte Obriste
i>cm G^tkant geweftn/welcher sich in Ruhm gebracht/und absonderlich vor Tho-ren in Preussen Ehre darmit eingeleget. Sie werden zwar von vielen verworffen/weilen sie mühsam und langweilig zu machen sind/und auch daß man alleWürffe einenneuen machen müsse.
SS'" 3 Es ist aber auch im Gegentheil zu wissen/daß / wofern man Zeit /'Ort
und Gelegenheit hat/mit solchen Erd-Würffen (bevorab wenn derer etlichesind) den Feinderschröcklich ängstigenkönne/cs seyin-oder aussex der Vestung/wannnur ni^ts unterlassen/so darzuerfedert wird.
Die Mühe, Die Mühe/so man darbep anwenden muß/ist freylich groß/und kan oh--Mendett?"^uc dieselbe selten etwas Wichtiges verrichtet werden/allein es ist doch nicht zuschwer/als etliche Faule sich einbilden.
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Denn wenn nur ein guter Feuer-Wercker/der es verstehet/ist/ kan er mit2o.Musi-qvetierern/oderandernArbeitern/in einemTag wohl fünff oder sechs der größten Erd-Mörsel machen/wann es nur die Gelegenheit zulast.
Daß man alle Würffein neues Faß/Kammer und Heb-Spiegel brauchet/was istdaran gelegen ? Wenn manKricg führet/ist es Thorheit/an solchen Sachen zu ersparenwomit man dem Feinde schaden kan.
Dielen, so es Noch übrig ist wieder die Erd - Mörsel / daß vielen solche nichts angan
MchabenesZEu/und alle Kosten/Mühe und Arbeit vergebens gewesen. Man mußnicht recht aber das nur von denen verstehen / welche es niemahls gekönnet haben,»erstanden. Ich will hier einen Erd-Mörsel/wie sie der Herr Obriste Getkant ver-fertiget/ beschreiben/und darbey versichern/ daß / wofern nach dieser Beschreibung ge-gangen wird /es unmöglich fehlen kan. Mm ‘ .
1U, Theil. , Cap.