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Neue Curiöse Geschütz-Beschreibung : Worinnen nicht allein ausführlich gehandelt wird von unterschiedlichen Manieren und Gestallten derer Gieß-Oefen, darinnen allerhand Arten Stücke, Haupitzen und Mörser etc. zu giessen ... / heraus gegeben von ... Michael Miethen
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140
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i4o Cap«XLI« wiegte Hand-Granatrn/sirmpt «Odern Zeuer-Wercken zuwerffew

muß über die Kammer biß gegen Helffte derselben übergreiffen/damit es vom Pulver;nicht so leicht kan gefasser werden.

Wenn dieses geschehen / wird der Rest von der Kammer /sampt den völligen Faß/auffdas allerfesteste / und (so zusagen) steinhart eingerammet / der Hebe-Spiegel eiuge-setzet/welcher gantzblatt auffliegen/ und durchaus keineHölungunter sich haben soll/worauffdenn die verfertigten Granaten wohl mit Luder versehen/ welche Lit. E. anzei-get I eingesctzet/und etwas wenigesmitStroh oderHeu vcttammet. ^

Ihre Brand-Röhren müssen etwas kürtzer seyn/als wenn sie aus einem rechtenMorset geworffen werden / weilen diese nicht so weit und hoch treiben.

Die Wurst/durch welche die Kammer und Granaten zugleich entzündet werden/ist bey Lit. G. angedeutet : <Bit wird von vestem und klarenZwillich gemacht / und miteinem-raschen Pulver gefitllet/nachmahls in Pech und Oel gerauffet/daßman siebie-gen und wenden kan/ wie man will.

Diese Wurst wird gleich anfangs in die Kammer / ehe solche geladen wird /inwendig befestiget/und mit hölßernen Rinnen versehen / damit im Eintammen solchenicht zu sehr vcrstopffet werde / sondern zwischen den Rinnen ihre Freyheit zur geschwin-den und richtigen Entzündung behalte. Diese Wurst muß oben doppeltseyn / damitein Theil die Granaten zugleich entzündenkan. Ein Verständiger wird solche schonorämireu / damit die Granaten nicht zu spat / noch gar zu früh angchen.

Dieses ist also der gairtze ?!-oLesteiries rechtfchaffenerrErd-Wurffes/ welcher/ woer nach vorgegebener Manierausgeferriget/ m^^rmanqviMt wird.

Nochistzumercken/ daß etliche der Kammer von oben hinein Feuer geben/wel-ches durchausfalsch/ weilen Cemmr Pulver aufsolche Akt weniger treibet/als einhalber von unten auff-e'ntzündet.

Cap. XLI*

Wie die Handgranaten / sampt andern Feuer-Werck

mchr/aus derLrdcn zu werffen?

M^Ann das Faß/nach vorhero beschriebener Art/an feine Stelle 'gerichtet und einge-6A5tammct/wird zu End rund um den Spiegel ein hoher Rciff/oder etwas derglei-chen /befestiget/damit die Granaten nicht aus einander weichen können; diese/wennsie mit Luder wohl verschen/und auffgeraumet seyn/werden der Ordnung nach auff denSpiegel fest auffeinander gestellet/ mit der Brand-Röhre gerade über sich / nachmahlswird zwischen ihren Räumen Pech/fo mit Ziegel-Mehl gemifchet / gegossen/daß sie rechtfest sitzen können. Auff diese Manier kan man noch eine Lage auffkürten / nur daßdie Brand-Röhren frey bleiben. Diesen Granaten wird ebenfals durch die doppelnWurst / wie bey den grossen gelerntt / gezündet/und nachmahls der Kammer von untenauff Feuer gegebem

Auff solche Manier kan man auchkleine und grosse Brand-Kugeln / mit brennen-der Materia überzogene Steine/samt allerhand Kleb-Feuer werffen.

Letzlich sind diese Morset sehr gut/etliche Fuder Steine auff einmahl zu werffen/und darff/wie gemeldet/auff nichts mehrers/als auff die Starckedes Heb -Spiegels/festes Einrammen der Kammer und Faffes/samt der untern Entzündung/Obacht gege-ben werden.

Cap. XLII,

VonSprmg-Kugeln und demkropomoli.

2Spreng-Kugeln / so mit Hand - Granaten eingesetzet werden / sindEranattn ^-^^unterschiedlicher kroportion. Derer Länge betreffend / sotten sie in-wendig