Buch 
Neue Curiöse Geschütz-Beschreibung : Worinnen nicht allein ausführlich gehandelt wird von unterschiedlichen Manieren und Gestallten derer Gieß-Oefen, darinnen allerhand Arten Stücke, Haupitzen und Mörser etc. zu giessen ... / heraus gegeben von ... Michael Miethen
Entstehung
Seite
141
JPEG-Download
 

Cap.XLII.t>ön Spreng/Rugelir und derer Proportion.

»4t

^.schiedlich wendig zum höchsten drey Lage nicht gar zu grosse noch schwere Hand-Gra-Wie vielLagenaten fassen tonnen ; sind aber die Hand-Granaten groß/so sind zwey Lage

dieselben fas-a^ruttg.

Äe Grösse Ihre Grösse betreffend lift es nicht nöthig / sie grösser / als hundertPfünd-auch nicht viel kleiner als 6o.Pfündige Mörsel zu verfertigen. In dem Kupffer-stückFie.^ir. A.l-abe ich vorgestellet eine Kpreng-Krrgel mir drey Gelege Granaten, inihrer Höhe und Stärcke/wrlche iedem zu verändern frey stehet.

Wokvo» das Ein solches Lorpus soll von lindenen oder andern jähen Holtz/so durch-

L-szuve. ^nds trncken/gedrehet werden ; iedicker man den Boden oder Stoß/sampt denWanden/machet/ie bejftr halten sie/und muß man sich hierinnena«nichts binden lassen. T

Ihre Pro- Ihre Proportion,wie sie soll auffgeriffen werden /ist N0.14. Ut. A*

mv>n. ltnt) / man kan nach belieben die lange oder kurße / schwache oder

ftarcke Manier erwehlen.

dAlbe^ ^ Diese Spreng-Kugeln nun werden folgender Gestalt verfertiget:DasLorous wird erstlich in-und auswendig mir einem Leims jo mir Brantewein oderWein-EKgabgcstoffen/u. mit etwas Tcrpenri n vermischee)wohl geleim-tränckct / wanwsolche etlicher maßenltrucken/wird das (^rpv8 nur guten starcken Zwillich überzogen/und verleimet; wann sie wohl getrocknet / wrrd sie emgeM auff nachfolgende Manier.

Zum Ersten setzet man die yölßerneRöhrc ^.so mit Korn-Pulver angefüllet/in diemitten der Kugel/welche voller kleinen Löcher seyn soll/damit die Entzündung allent-Wen und zugleich geschehen kan/und so man wrii/ieget man auffden Boden der Kugelmvas mit Pulver vermischt geschmeltzten Zeuz/nachmahls eine Rcphe wohl angefeuer-te Hand-Granaten/der Raum zwischen ihnen wird mit ge-chmeltzten Zeug und Korn-Pulver ausgefüllet- Also wird auch mit den übrigen zweyen Lagen verfahren. Zumerckm ist/daß die Hand-Granaten so fest/als es möglich seyn kan/sollen eingesetzettverden/damic sie sich im Führen zu Felde nicht rühren können. Dieses kan mir höitzer-neuKeylen geschehen. Das Korn-Pulver,/samt dem geschmeltzten Zeug/ muß wohleingcrütteltwerdcn/damirja alles fest/und gleichsam unbeweglich in einander stehe.

Ich erinnere hier/daß in allen Artillerie-Büchern die Deckel zum Spreng-Ku--qelnorcjiniret/daß sie wie ein Schachtel-Deckel übergreiffen; sie sind aber alle falsch/und halten wenig oder gar nichts/dahero gehen solche Kugeln von Hauß ausintrüm-mern/weilen man sie anders nicht/als mit dem überleümen Zwillich und Bund/so aberalles zu weuig/befestigen kan. Man siehet an solchen Decken (sie mögen überzwerg/oder dem Holtze nach/gedrehel seyn) daß / wenn man sie auffjetzer/und ein wenig starckankreibet/daß siesoringen/es sey denn/daß man sehr subtil darmn umgehet.

Dahero ist von nöthen /daß der Deckel mit O.gezeichnct/ vonzwerchem Holtzeaedrehet werde damit man solchen mit einer ziemlichen Gewalt eintreiben kan.

Wann die Kugel mit Granaten/gcschmeltzten Zeug und Pulver / eingesetzet/ lassetman so vielRaum/daß man etwasSäge-Spän oder Gerber-Lohe auff das Pulver ge-ben/und mit warmen Küttübergiessen kan. Bey Eingiessung desKuttes wird indeeRöhre C.cin Zapffen gestecket / den man/wann der Deckel befesttger/nach Belieben ans-uchen kan. Die gemeldte Röhre soll so lang seyn/daß sie an den Deckel schier anstoße.

Wann der Kütt cingcgossen/wird SerDcckel an demRande mit Leime bestrichen/der eingesteckte Zapffen aber gehet über denselben hervor, damit man ihn /wannmarr

EAr^Deckel/weilener starck/kan mit etlichen Mgeln zu mehrer VersicherungbeyI.it.L.befcstigetwerden. . ^ .

Befestigung Noch ist zu mercken/daß man zu Befestigung der Wandeund desStosi

der Wände. f , c jf em Rincken kan anlegen lassen / oder mit Schnuren (Uc.F.; ver-Ittmco. { u ^ N n Auff