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Neue Curiöse Geschütz-Beschreibung : Worinnen nicht allein ausführlich gehandelt wird von unterschiedlichen Manieren und Gestallten derer Gieß-Oefen, darinnen allerhand Arten Stücke, Haupitzen und Mörser etc. zu giessen ... / heraus gegeben von ... Michael Miethen
Entstehung
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151
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L.V. Wie die Zeuev-Lugeltt fokengeladen und geworffi-n w'eröen^ isr

Die Schläge/ Die Schläge müssen vorhero / ehe sie eingeschlagen / alle scharff beschysr

fd>iJgln!msJ en und probiret werden / damit man chres Aushaltens versichert sey / darrnttn vorher» wenn sie in währendem Brand der Feuer-Kugel springen / gchet.die gantzeprobiret wer-A^Eeinmahl zu Grunde. >,. .

Zubereitung Es sollen auch alle Schläge /ehe sie geladen / wohl heiß gemacht / und

der Schlägen zerlassen Pech gestossen werden / damit sie der Salpeter in langem Liegennicht angrciffen kan. Bey dero Einschlagung in die Kugel / muß man entweder vor-bohren /oder mit einem spitzigen Räumer vorschlagen / und sich wohl hüten / daß keinSchlag auff den andern zerrieben werde. Weme das Exempel zu Eperies in Ungarnbetank / wird es glauben können/ was eine auff diese Weise entzündete Feuer-Kugelwirckenkan.

Was zuobr Bey Einschlagung der Schlage dienet zu einer Skchttheit / daß manEinschlagungUUter den Kopff des Schlages / ehe er gar eingetrieben / einen Leim - Strich/der Schtäge.odcr / welches besser / einen Küttvon Terpentin / Wachs t Hnrtz und Pech(welchen ich unten beschreiben werde) gebe / und dann darauffvöllig einschlage.

Alle Schläge / so viel über die Helffte der Kugel gegen ihrem Brandloch eingeschla^gen werden / sind schädlich / denn gehen sie in der Lufft so früh an / und springt erwan ei-ner darunter / so ist die Kugel hin und umsonst. Es ist ja so nicht viel nutz / eine solchekostbare Kugel mit gar zu viel Schlägen sdiedoch mehr zum Schröben/als schädlichsind/)zuruiniren.

Wenn die Kugel gebührend gebunden / welches man aus keinem Buch / sondernaus dem Handgriffselbsten lernen muß / ist eS'sehr dienlich / von Lein - Del / Lslafcmi-um.ketrolmw, etwas Schwefel/Terpentin/und ein wenig Pech / so viel genugist /einen Anstrich (einem starcken Firniß gleich) zu machen /uno die Kugel heiß damitanzustreichen. Es macht / daß der Bund zugleich mitbrennet / und das Feuer gewal-tig vermehret. Die orclinarie Tauffe von Pech (so gleichwohl seynmuß)' hält besser/und ist unmöglich / daß einige Feuchtigkeit schaden kan.

Capi LV.

Wie die Feuer- Kugeln sollen geladen und geworssen

werden? ' ' r°

Feuer-Ku'^^Ie Feuer-Kugeln können mir entern oder zwey Feuern geivorffett wer-nüt" in oder" den / nachdem es gefällig ist. Mit einem Feuer zu werffen / giebt mattzwey Feuerndem Möksel die erwehlle starcke oder schwache Ladung / nachdem das Pulverse »e r E starck / und die Viltantz weit ist / welches allein aus den ersten zwey oder drey1 ' Mürffen / mit Nichten aber aus einer vorgeschriebenen Wurff- Taffcl / erler-net werden muß.

Wird die Kammer von Pulver nicht voll/stehet es ftey / durch einen Einfall miteinem einfallenden Spiegel den leeren Raum auszufüllen / hat man aber nicht weitnoch scharff zu werffen / so ist ni chts daran gelegen / wenn schon die Kammer nicht voll ist.

Denn weilen das Pulver nichts gesperret/machet es auch keinen sonderlichenTrieb/obschon etliche vorgeben/es pralle und stosse die Gegen-Lage hefftiger an / alswenn ein Spiegel darauffgeschet wurde; Es ist aber falsch/weilen Verschlechte Effecthas C ontrarium weiset.

Auffdieses Pulver nun / oder auff bie Kammer / wird die Feuer- Kugel ohne eicktzkge Bettung gesetzet / daß ihr Brand-Loch gegen dem Mund des Mörscls schauet. .

Will man aber ja eine Bettung machen oder geben / kan solche von Stroh - Spie-gel seyn / so aber nicht sonderlich von nöthen / wann nur der Bund ftst / die Stoß- Plat-te starck / und die Kugel unten im Boden mit Kütt (in welchem Säge-Span und Ger-ver-Loheingerühret) wohl umgeben/und alle Hölung ausgefüllet.

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