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Neue Curiöse Geschütz-Beschreibung : Worinnen nicht allein ausführlich gehandelt wird von unterschiedlichen Manieren und Gestallten derer Gieß-Oefen, darinnen allerhand Arten Stücke, Haupitzen und Mörser etc. zu giessen ... / heraus gegeben von ... Michael Miethen
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180
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Cap, XLI. von Miniren und Untergraben.

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^ Cap. XU.

NuK -VonMinirmund Untergraben.

D« Mmen Minen/wo solche wohl angebracht werden / schaden sie den Vestun-

ojtuitum. am Mxmeisten. Sie werden auffzweyerley Manier angebracht /

in trockenen/ mrd Wasier-Graben.

Die FaLge durch trockene Graben ist die leichteste und sicherste/ wann anders kei-ne siarckeZvellen / die man nicht umgehen kan / verhinderlich sind.

Wann eine Vestung mit einem Wasser-Graben verfthen/und die Belagerten inderFouüebraii odcr an der Berm des Walles FoKogefaffet / und man die Minirerallein durch die Gallery ansetzen will / werden solche insgemein bald weggestöbert:gluckt es/ daß sie sich eingraben/und mit der Minen avanciren/so wird der Commen-dant nicht schlafferig seyn/und entgegen graben lassen: dann diese Minen / so durch eineGallery angehangetwerden/darffmaunicht lange suchen/man siehetsie so schon.

> Wann eine Vestung mit Contra- Minen versehen / und die Minirer treffen hin-cin/so werden sie mit Mußqvetonen bewillkommet/daß sie das Zurückgehen vergessen;und alsdenn ist Diese Arbeit umsonst; oann in den Mnrn sich mit Abschnitten fest zuer-halten/gehetschwer her/weilen die Belagerten allezeit bessere Mittel/ die Minen zu ver-wahrcn/als die Belagerer zu erhalten und fortzusetzen/haben.

Irr dem Kupffer-Blatte n». 29. ur. A. und ß. ist angewiesen/wie eine Mine un-ter die pinu von Pellwerckgeführct und geladen werden soll.

Wie auch bey Figura 1.

Weilen aber bekanr / daß nach dem Magnet zu gehen/nicht allemahl zutrifft; alshabe ich hier Herrn Antonio Faulhabcrs/sehr berühmten und alles Lobens-würdigcnZeugwarrs und lngeneurs der Stadt Ulm/rc. Manier/ohne Magnet zu gehen/denCurwsen zu Lieb beysetzen wollen.

Cap. XLII.

Beschreibung / wie die Minen ohne einen Lompaß oder

ander künstlich Instrument gantz gewiß durch ein vicreckigtes Bret

an den begehrten Ort zu führen?

der Figur i. siehet man/wie bey A. gegen b. der Anfang des Mmirens

^gemacht; hernach von b. gegen c gleitet / und von c. gegen ck. continuim

^wird ; da dann bey ck. der Eingang in die Pulver-Kammer/ivelche mit e.F g.b.angedeutet/zu sehen ist.

In der 2. Figur ist bey a.b.c.d. angedeutet / wiedl'e Mine in grossem Werth ge-leitet wird; aber in der 3. Figur siehet man die Linien in selbiger Proportion nach demverjüngten Maaß-Stab.,

Erstlich begehrt man/zu dem Puncten d. zu mkniren/ eine gewisse Lange: NckreissetmandenWinckel f.a.d. Item/ die Linia 3. d. wie viel Ruthen man hinein be-gehret/nachdem verjüngten Maaß-Stab/auffs scharffeste auff; aber man will nichtgleich in gerader Linie von a. auff d. sondern auff b. Miniren.

Wann man nun von A. gegen b, in der 2. Figur (als die erste Lima) gegrabenundminiret/soreissetmandenWinckel f.a.b. auffdasvorigePappier f und gibt Miteinem Circkel nach dem verjüngten Maaß-Stab der Linie a. b. ihre Lange auff selbigemPappier (welches auffcinTaflcin oder Bret gekleidet ist) wie in der z. Figur bey a.b.angedeutet; hernach /wann man die Mine von b. gegen c. leiten will / so legt man denPuncten b. in dem Täfelet« derFigur auff dem Boden in Puncten b der z. Figur,und spannet daselbst von b. gegen a. eine Schnur/und drehet das Täftlein um/ bisdaßdie Lini a, b, gerad unter die Schnur b.a. komt. Alsdann reißt man auffdas Taft-