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Der praktische Maschinenbauer : ein Hand- und Lehrbuch über den modernen Maschinenbau, sowie über das Wesen der Elektrizität und ihre Anwendung in der Industrie, insbesondere im Maschinenbau / von G. Ripke und F. Liebetanz
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oft mag es vorkommen, daß, wenn er hinaus in die Welt kommt, noch lange nichtdas kann, was er eigentlich wissen könnte und müßte. Es soll daher jeder dasBestreben haben, stets weiter und Neues zum Alten hinzuzulernen. Es ist ausdiesem Grunde nötig, dem Maschinenbauer besondere für ihn geschriebene Bücherzugänglich zu machen, welche ihn in den Stand setzen, sich über das zu unter-richten, was ihm ferner steht.

Derartige Bücher sind aber selbstverständlich der Vorbildung der praktischenMaschinenbauer streng anzupassen und sollten nur dazu dienen, in ihm durch dieDarstellung möglichst vieler ausgeführter Konstruktionen einzelner Maschinenteileund ganzer Maschinen das Verständnis für dieselben zu wecken. Das Berechnender Maschinenteile und Maschinen wird man nie von einem in der Werkstattam Schraubstock stehenden Maschinenbauer verlangen, wenn er auch z. B. alsMonteur bei der Aufstellung der Maschinen oder dergl. fast immer sehr vielschneller zum Ziele kommt, wenn er sich eine erforderliche Übersetzung, eineTourenzahl, die Größe einer Riemscheibe oder die Stärke einer Welle, welcheso und so viele Pferdestärken zu übertragen hat, selbst berechnen kann und nichterst zu Hause anzufragen braucht, wie er das oder jenes machen soll. WelcheAchtung wird aber auch der Arbeitgeber vor einem solchen Arbeiter haben.Der Stand des Maschinenbauers wird also durch möglichst umfangreiches Wissenselbstverständlich bedeutend gehoben.

Das vorliegende Werk soll die Aufgabe, den Maschinenbauer in dem Wissens-wertesten aus der Maschinentechnik zu unterrichten, zu lösen versuchen, indem esauf seinen Raum möglichst viele bildliche Darstellungen ausgeführter Maschinen-teile und Maschinen selbst dem Leser vor Augen führt. Es ist natürlich auchnicht möglich, in einem Buch wie das vorliegende einigermaßen eingehend nun sämt-liche Zweige des Maschinenbaues überhaupt zu besprechen. Um dies so erreichenzu wollen, daß es für den Leser auch wirklich von Nutzen ist, wären Bändeerforderlich, die wiederum ein Vermögen kosten würden. Hauptsächlich sind fürden Maschinenbauer die Maschinen-Elemente, d. h. diejenigen Maschinenteile,welche sich bei jeder Maschine mehr oder weniger häufig wiederholen, von be-sonderem Interesse, denn sie bilden die Grundlage für die Zusammenstellungvon ganzen Maschinen selbst. Neben diesen sind es dann vor allen Dingendie Kraftmaschinen, welche zum Betriebe irgend eines industriellen Etablissementsdienen, die das Interesse des Maschinenbauers erfordern. Die Instrumente zumMessen sollte der Maschinenbauer ebenfalls zu handhaben verstehen, um nötigen-falls das Abbremsen, d. h. die Ermittlung der Arbeitsleistung einer Maschineselbst vornehmen zu können. Die Maschinen endlich zur Bearbeitung der Metalleselbst sind dem Maschinenbauer ebenfalls in allgemeiner Darstellung vor Augenzu führen.

Für manchen könnte wohl nun auch die Gewinnung und Herstellung desRoheisens, des Schmiedeeisens, Gußeisens und der Metalle und damit dasGießereiwesen überhaupt ein besonderes Interesse haben; immerhin wird die An-ahl dieser Leser beschränkt sein, sodaß hierfür besondere Werke dienen könnten,deren es gute und leicht verständlich geschriebene eine ganze Reihe giebt.