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Der praktische Maschinenbauer : ein Hand- und Lehrbuch über den modernen Maschinenbau, sowie über das Wesen der Elektrizität und ihre Anwendung in der Industrie, insbesondere im Maschinenbau / von G. Ripke und F. Liebetanz
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Tragrollen müssen dann zwischen den beiden Scheiben angeordnet werden,wenn unter dem Seil eine gewisse Höhe frei bleiben muß, oder wenn die Seil-trümer durch ihre Durchhängung an irgend einen Teil des Gebäudes oder dergl.streifen würden; wenn möglich sind aber Tragrollen zu vermeiden. DieseTragrollen erhalten den 0,8 fachen Durchmesser der Seilscheiben.

Ist der Seiltrieb in einem Winkel weiterzuleiten, so ordnet man eine Stationmit Kegelrädern an.

Unterhalb des Drahtseiltriebes sind solche Schutzvorrichtungen anzubringen,daß beim Reißen des Seiles Personen, welche sich zufällig darunter oder inder Nähe befinden, nicht verletzt werden können. Ist auf der ganzen Länge desTriebes Personenverkehr statthast, so spannt man am besten unterhalb desunteren Seiles in für alle Längungen ausreichender Entfernung zwei alte Draht-seile mit ähnlicher Durcchenkung aus, wie solche bei dem Triebseile vorkommenkann, und verbindet die Seile gegeneinander mit Rundeisenstäben, so daß eineArt flachgelegter durchgeseihter Leiter entsteht, deren Sprossen das Seil im Falleeines Bruches auffangen.

Konstruktion und Berechnung der Drahtseilscheiben und Drahtseiltriede.

Bezüglich der Drahtseilscheiben ist hier nur noch zu erwähnen, daß dieRille, welche in dem Scheibenkranz eingedreht wird, so groß ist, daß das Seilbequem darin Platz hat. Eine solche Seilscheibenrille zeigt Flg. 294. Da natür-lich die Reibung zwischen Seil und Seilscheibenrille, weil Eisen aus Eisen läuft,. ^ sehr gering sein wird, sind Seilscheiben mit direkt eingedrehten

Rillen nur als angetriebene oder als Tragrollen zu verwenden.^^ Die treibenden Scheiben erhalten zur Erhöhung derI Reibung zwischen Seil und Scheibe eine besondere AusfütterungWWW der Rillen (Fig. 295). Die Ausfütterung besteht meist ausHirnleder, wenigstens hat sich diese, gegenüber der Ausfütterung1 mit Weiden- oder Pappelholz, am besten bewährt. Der Seil-F,g. sss. ^eHenkranz erhält eine schwalbenschwanzförmige Rille ein-gedreht, in welche die entsprechend herausgestanzten Lederstücke eingeschlagenwerden, so daß sich eine Scheibe fest gegen die andere legt und den ganzenUmfang ausfüllt. Die letzten einzubringenden Stücke werden eingeleimt. Nacherfolgter Ausfütterung wird die Rille und die Hirnlederfütterung entsprechenddem in Fig. 295 gezeichneten Profil ausgedreht.

Georg Heckel in St. Johann-Saarbrücken ordnet die Ausfütterung nachFig. 296 u. 297 an. Die Rille der Seilscheibe wird hier nach dem Profil derFig. 297 ausgedreht, und die entsprechend geformten Lederplättchen? werden aufein schwaches Drahtseil D aufgebracht. Dieses Drahtseil reicht zuletzt durch denScheibenkranz hindurch und wird mittels Spannschrauben 8^ und 8r an denArmen ^ und der Scheibe befestigt und nun festgezogen, wobei die Leder-plättchen fest angedrückt werden, so daß ein Herausreißen derselben ausgeschlossenerscheint. Die Rille wird dann entsprechend Fig. 297 in die Ausfütterungeingedreht.

Fig. 2S«.