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Der praktische Maschinenbauer : ein Hand- und Lehrbuch über den modernen Maschinenbau, sowie über das Wesen der Elektrizität und ihre Anwendung in der Industrie, insbesondere im Maschinenbau / von G. Ripke und F. Liebetanz
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es wird dadurch ein Kaltgehen desselben von Anfang des Betriebes gewähr-leistet. Welche Unkosten dem Lieferanten und dem Empfänger durch heiß laufendeZapfen entstehen, ist ja bekannt, meistens ist mangelhafte Bearbeitung der Lauf-flächen schuld."

Der Kurbelzapfen muß weiter so eingerichtet sein, daß zwecks genauerLagerung die Wasserwage auf denselben aufgesetzt werden kann. Der Zapfendarf daher entweder gar keinen Bund oder muß deren zwei von genau gleichemDurchmesser erhalten.

Die Befestigung des Kurbelzapfens in der Nabe des Kurbelkörpers mußzuverlässig geschehen. Bei der Kurbel (Fig. 402 u. 403) geschieht die Be-festigung des Zapfens durch Konus und Keil, welche Befestigungsart die ammeisten angewendete ist. Der Zapfen wird konisch abgedreht, so daß seineSteigung '/,« beträgt. Er wird dann in die entsprechend gebohrte Nabe desKurbelkörpers eingeschliffen und durch den Keil L fest in das Loch hineingezogen.Der größte Durchmesser des Konus muß so groß wie der Durchmesser desBundes vorn am Zapfen sein, um die Wasserwage aufsetzen zu können. DerKonus muß auch deshalb noch ein Stück aus der Nabe Herausstehen.

Fig. 405.

Eine andere Kurbelzapfenbefestigung ist in Fig. 404 dargestellt. DerZapfen erhält vor dem Konus einen besonderen Bund von gleichem Durch-messer wie der vordere. Hinter dem Bund fängt der Konus an. Ein Keil stelltdie Verbindung her. Der Bund darf natürlich nie zur Anlage an die Nabekommen, weil sonst ein straffes Hereinziehen des Zapfens in die Nabe durchden Keil nicht gewährleistet werden kann.

Zuweilen setzt man anstatt des Keiles an den Konus ein Gewindestück anund stellt die Verbindung durch Unterlegscheibe und Mutter her.

Eine gute Befestigung giebt auch Fig. 405. Der Zapfen wird hier vonrückwärts in die Nabe des Kurbelarmes eingeführt. Der Konus ist nachhinten stärker. Die Verbindung geschieht mittels Keil. Um den Zapfen durch dasNabenloch hindurchstecken zu können, muß der vordere Bund abnehmbar sein. Einbesonderes Stück wird hier mittels Splint auf einen Ansatz als Bund befestigt.

Die Befestigung nach Fig. 406 bietet ebenfalls Gewähr gegen Lösen. DerZapfen wird wieder von rückwärts eingeführt und durch eine vorgeschraubtePlatte ? fest hineingedrückt.