Buch 
Der praktische Maschinenbauer : ein Hand- und Lehrbuch über den modernen Maschinenbau, sowie über das Wesen der Elektrizität und ihre Anwendung in der Industrie, insbesondere im Maschinenbau / von G. Ripke und F. Liebetanz
Seite
269
JPEG-Download
 

269

auf Zug beansprucht, aber auch während der Zeit der Kraftabgabe des Schwung-rades auf Biegung.

Die Anzahl der Arme eines Schwungrades kann man aus 2 ----- 2 (1 -tz- It)ermitteln, worin R der Radius des Schwungrades auf ganze Meter abgerundet ist.

II. Die Regulatoren.

Die als Regulatoren bezeichneten Maschinen-Elemente dienen ebenso wiedie Schwungräder zur Regelung des Ganges von Dampfmaschinen. Die Regu-latoren sollen mit der ganzen, ihnen zu Gebote stehenden Kraft auf die Gleich-förmigkeit des Ganges der Maschine einwirken. Wir wissen bereits, daß siedadurch auf den Gang der Maschine einwirken, indem sie die Menge der trei-benden Kraft regulieren. Durch Aus- oder Einrücken von Arbeitsmaschinen,welche ihren Antrieb von der Kraftmaschine erhalten, wird diese bald schnelleroder langsamer laufen, d. h. mehr oder weniger von ihrer mittleren Geschwindig-keit abweichen. Um aber ein möglichst gleichmäßiges Arbeitsprodukt von denArbeitsmaschinen zu erhalten, muß ein möglichst gleichförmiger Gang der Kraft-maschine angestrebt werden. Der Regulator läßt nun mehr oder weniger Dampfbei der Dampfmaschine in den Cylinder einströmen, wenn dieselbe anfängtschneller oder langsamer zu gehen.

Soll eine Regulierung des Ganges der Maschine durch den Regulatoraber überhaupt möglich sein, so ist es selbstverständlich nötig, daß der Regulatorselbst an der Bewegung der Maschine teilnimmt. Der Regulator wird alsovon der zugehörigen Maschine angetrieben. Daraus folgt nun ohne weiteres,daß eine absolute gleichförmige Geschwindigkeit der Maschine auch durch denRegulator nicht zu erzielen ist; denn da ihm selbst erst eine eingetretene Ge-schwindigkeitsänderung von der Maschine mitgeteilt werden muß, ehe er auf dasden Zufluß des Dampfes zur Maschine absperrende Organ einwirkt, kann ernur verhindern^ daß diese Geschwindigkeitsänderung in bestimmten Grenzen bleibt.Der Regulator ist natürlich nun um so besser, je kleinere Grenzen er in denGeschwindigkeitsänderungen hält.

Die Zuführung des Dampfes zum Cylinder der Maschine wird durch Ab-sperrvorrichtungen unterbrochen. Je nachdem diese nun mehr oder wenigergeöffnet werden, wird mehr oder weniger Dampf in den Cylinder strömen.Man läßt deshalb den Regulator auf diese Absperrvorrichtungen einwirken undsie je nach der erforderlichen Dampfmenge durch das Stellzeug des Regulatorsmehr oder weniger öffnen.

Für uns haben von den vielerlei Regulatorarten nur die Centrifugal -Regulatoren Interesse.

Die Centrifugal -Regulatoren.

Die Centrifugal -Regulatoren benutzen zu ihrer Funktion die Wirkung einesCentrifugalpendels. Schon James Watt , der Erfinder der Dampfmaschine,benutzte einen solchen Regulator.