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Der praktische Maschinenbauer : ein Hand- und Lehrbuch über den modernen Maschinenbau, sowie über das Wesen der Elektrizität und ihre Anwendung in der Industrie, insbesondere im Maschinenbau / von G. Ripke und F. Liebetanz
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Die Treppenrostfeuerungen.

Diese Roste ähneln den Schrägrosten, indem sie ebenfalls wie diese, zwecksNachrutschens des Brennmaterials, schräg gestellt sind. Sie werden aber nichtaus einzelnen längsliegenden Roststäben, sondern querliegenden Platten gebildet,die stufenförmig übereinanderliegen, so daß der ganze Rost die Gestalt einerTreppe zeigt. Durch diese Querspalten kann dann auch die feinste Kohle nichthindurchfallen, so daß die Treppenroste sich hauptsächlich für minderwertigeKohlen, wie erdige Braunkohlen, eignen. Es bleibt zwischen den einzelnenSpalten beim Nachrutschen des frischen Brennstoffes stets Glut liegen, so daßder frische Brennstoff schnell entzündet wird. Hierin unterscheidet sich derTreppenrost auch vom Schrägrost, bei dem unten das glühende Brennmateriallag und die Feuergase über die obenliegenden frischen Brennstoffe streichen.Nachteilig für die Roststäbe der Treppenroste ist es, daß dieselben stets imFeuer liegen, weshalb sie auch schnell durchbrenneu.

Fig. 653 zeigt einige übereinander-gelegte Roststäbe von Otto Thost inZwickau . Die Rostplatten sind vorn ge-schlitzt, um die Verbrennungsluft zu derauf ihrem vorderen Teil liegenden Glutzu führen. Sie werden auch häufig hintennoch gitterförmig durchbrochen. Diese

Platten liegen auf Leisten, die an schrägliegenden Roststabträgern angegossensind. Die Platten erhalten eine Länge von 400 bis 600 mir». Dem ganzenRost giebt man eine ganze Länge von 2 nr und macht ihn nicht schmäler

Ng. 65S.

als 1,5 m.

Ebenso wie die Schrägroste schließt auch der Treppenrost unten mit einemPlanrost ab. Lueger ,Lexikon der gesamten Technik", sagt weiter:DieNeigung des Rostes ist abhängig von verschiedenen Umständen, zunächst vomBöschungswinkel der Kohle, welcher nahezu 38° beträgt. Damit aber die Kohlen-schicht oben höher liegt als unten, weil sie dort weniger verbrennen als ver-gasen soll, so legt man den Rost flacher, und zwar bewährt sich am besteneine Neigung von 32 bis 33°. Um diese Lage herum schwankt aber die rich-tigste Neigung noch je nach verschiedenen Nebenumständen, wie Trockenheitsgradder Kohle, Feinheit des Kornes, Schlackengehalt, Zugstärke und dergl., sie wirddeshalb auch einstellbar eingerichtet."

Für einen Einflammrohrkessel ist eine Treppenrostfeuerung nach Ausführungenvon H. Paucksch, A.-G. in Landsberg a. W., in Fig. 654 bis 657 dargestellt.Die Feuerungen sind Vor- oder Unterfeuerungen. Hier ist es eine Vorfeuerung.Die einzelnen einfach durch schwarze Striche markierten Rostplatten sind auf dieschrägliegenden Roststabträger, Schilder genannt, aufgelegt. Die Rostplattenselbst sind in Fig. 657 wiedergegeben. Die Schilder, von denen hier nurzwei Seitenschilder vorhanden sind, da die Breite der Feuerung durch eineReihe Rostplatten gebildet wird, stützen sich unten auf einem eingemauerteneisernen Rahmen, der den Planrost trägt. Oben stützen sie sich auf Stell-

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