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Der praktische Maschinenbauer : ein Hand- und Lehrbuch über den modernen Maschinenbau, sowie über das Wesen der Elektrizität und ihre Anwendung in der Industrie, insbesondere im Maschinenbau / von G. Ripke und F. Liebetanz
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Dampfgemisch steigt wieder in den vorderen Kammern in den Oberkesscl, wosich der Dampf von dem Wasser abscheidet; das Wasser fällt zusammen mit demkälteren Speisewasser in die Hinteren Kammern nieder und geht durch die Röhren,um denselben Weg von neuem zurückzulegen.

Durch die Konstruktion und freie Aufhängung des Kessels können sich alleTeile desselben ungehindert ausdehnen, so daß ein Krummwerden der Röhrenfast gar nicht eintreten kann. Es wird nämlich der ganzeKessel mittels Stahlbändern an schmiedeeisernen Quer-trägern, welche auf schmiedeeisernen Säulen ruhen, auf-gehängt, so daß er sich nach allen Richtungen, ohne seineEinmauerung zu stören, ausdehnen kann.

Der Oberkessel wird in seinem unteren Teil eben-falls von den Heizgasen bestricheu. Die Einmauerungdes Kessels ist sehr einfach, da das Röhrenbündel nurvorn und hinten leichte Unterstützungen erhält.

Das ganze Feuergeschränk nebst der Verschlußthürvor den Röhren wird in Schmiedeeisen ausgeführt.

Diese Kessel haben bis jetzt in Amerika und Eng-land und in neuerer Zeit auch in Deutschland eine außer-ordentlich große Verbreitung gefunden.

Wie wir bei den oben besprochenen Arten vonWasserröhrenkesseln bemerkt haben, sind fast alle die verschiedenen Konstruktionendadurch entstanden, daß die Wassercirkulation im Kessel vergrößert werde. Durcheine lebhafte Wassercirkulation wird die Leistungsfähigkeit des Kessels nicht un-wesentlich erhöht. Denn es ist ohne weiteres klar, daß mehr Dampf von jedemQuadratmeter Heizfläche erzeugt wird, je mehr Wasser mit demselben in Berührungkommt, d. h- je schneller ein Wasserteilchen den Raum einer eben aufsteigendenDampfblase wieder ausfüllt, in je lebhafterer Bewegung das ganze Wasser sichalso im Kessel befindet. Je schneller aber z. B. bei Wasserröhrenkesseln das kältereWasser dem wärmeren folgt, so daß immer kälteres Wasser durch die einzelnenRöhren streicht, desto größer ist auch die Betriebssicherheit des Kessels unddesto größer ist damit seine Leistungsfähigkeit. Es hat sich bei vielen Kesselngezeigt, daß Betriebsstörungen nur durch die mangelhafte Wassercirkulation imKessel hervorgerufen wurden. Je größer auch die Wassercirkulation ist, destoschwerer können sich kesselsteinbildende Substanzen an den Kcsselwandungen fest-setzen. Man hat daher der Wassercirkulation immer mehr Beachtung geschenktund hat schließlich eine zwangsweise Cirkulation angeordnet.

Dubiau führte nun eine Einrichtung ein, welche dem Kreislauf des Wassersin einem beliebigen Kessel eine ganz bestimmte zwangsweise Richtung gab. DerErfindung liegt folgender Gedanke zu Grunde. Wenn in eine gerade undbeiderseits offene Röhre, die vertikal oder geneigt so ins Wasser gesenkt ist, daßdas obere Ende der Röhre noch ein kleines Stück über dem Wasserspiegel hervor-ragt, am unteren Ende Luft- oder Gasblasen eingeleitet werden, so findet eine

Fig. 70t.

MAG