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ein ungleicharmiger Hebel, welcher bei L seinen Drehpunkt hat; a seider Hebelarm, an dem die Last hängt, welche durch die Kraft? am Hebelarm6 im Gleichgewicht gehalten werden soll. Es kann hier also die Kraft kebensoviel kleiner sein als die Last a, als der Hebelarm a, an dem die Last Hwirkt, kürzer ist, wie der Arm l>, an dem die Kraft ? wirkt.
Das Umgekehrte tritt ein, wenn, wie in Fig. 939, die Last H an einem
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Fig. SS8. ' Fig. SS9.
längeren Hebelarm wirkt. Dann muß die Kraft k? ebensoviel größer sein, als dieLast tz, als der Hebelarm a, an dem die Last wirkt, länger ist wie derArm L, an dem die Kraft U wirkt.
Wenn jetzt ein Stein von tz ^ 100 mittels eines ungleicharmigenHebelarms anzuheben und der Hebelarm a ^ 5 am ist, aber zum Heben desselbenam andern Arm nur eine Kraft ?---50ÜA zur Verfügung steht, so muß ichden Hebelarm 0 so lang machen, daß wieder die Beziehung richtig ist: Lastmal Hebelarm gleich Kraft mal Hebelarm. Wir haben
. L — ? . 5100.5 — 50.5500 — 50.5
Der Hebelarm 5 müßte also 10 ein. lang werden, um 500 und damitGleichgewicht zu erhalten.
Hat man z. B- eine Last H — 60 5^ am Hebelarm a — 3 ein zu heben,so ist tz. a — 60.3— 180. Damit Gleichgewicht entsteht, müßte dann beispiels-weise sein ?-^20 und Hebelarm5 — 3 ein oder U — 30 IrK und 5 — 6ein u. s. w-, je nachdem man die Größeder Kraft oder die Länge des Hebel-arms als gegeben zu betrachten hat.
Es wird sich nun offenbar andiesem Gesetz nichts ändern, wenn man die Last zwischen dem Hebeldrehpunktund dem Angriffspunkt der Kraft U angreifen läßt (Fig. 940).
Die Hebelarme sind hier wieder a und 5. Würden in diesem Fall beideHebelarme gleich groß sein, so fällt ? und H zusammen, und ist es ohneweiteres klar, daß die Kraft U gleich der Last H sein muß, um ein Anhebenderselben zu bewerkstelligen, also Gleichgewicht herzustellen. Es wäre dannder Hebel überhaupt überflüssig, denn ich könnte die Last H auch direktanheben.
Eine sehr bekannte Hebelanordnung tritt bei den Sicherheitsventilen mit Ge-wichtsbelastung für Dampfkessel auf (Fig. 941). Der Drehpunkt des Hebels wirddurch eine Schneide gebildet, welche am Ventil befestigt ist; der Dampfdruck unter
Fig. 940.