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Der praktische Maschinenbauer : ein Hand- und Lehrbuch über den modernen Maschinenbau, sowie über das Wesen der Elektrizität und ihre Anwendung in der Industrie, insbesondere im Maschinenbau / von G. Ripke und F. Liebetanz
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Mit den Dynamometern führt man entweder nur Kraftmessungen aus oderman mißt die in einer bestimmten Zeit geleistete Arbeit, benutzt sie also zurSummierung oder Totalisierung der geleisteten Arbeit, weshalb man die letzterenauch totalisierende Dynamometer nennt.

Man unterscheidet folgende Dynamometer:

1. Dynamometer mit indirekter Kraftmessung oder Bremsdynamometer,

2. Dynamometer mit direkter Kraftmessung oder Transmissionsdynamo-meter und

3. Totalisierende Dynamometer.

1. Dynamometer mit indirekter Kraftmessung, Bremsdynamometer.

Die Bremsdynamometer sind nur für Kraftmaschinen in Gebrauch undfinden daher vielfache Anwendung zur Messung der Leistung derselben. Zu demZwecke wird die Maschine durch eine am Umfang einer Scheibe auf der Haupt-welle angebrachte Bremsvorrichtung soweit gebremst, daß sie immer langsamer

läuft. Ist die Geschwindigkeit er- u-r-^

reicht, bei welcher die Maschinearbeiten soll, so hört die weitereBremsung auf. Die nun bis da-hin erzeugte Reibungsarbeit giebtdie in der Zeiteinheit geleisteteArbeit, oder dieselbe in Verbin-dung gebracht mit der Geschwin-digkeit, oder der Anzahl der Um-drehungen der Maschine die ge-leistete Arbeit überhaupt, bezw. die Arbeit, welche die Maschine leisten kann.

Das bekannteste Bremsdynamometer ist der Pronysche Zaum. EineAusführungsform desselben giebt Fig. 966 wieder. Auf der Maschinenwelle derzu bremsenden Kraftmaschine wird eine Bremsscheibe befestigt, deren Um-fang ein Holzbalken L und ein mit Holzklötzen ausgelegtes Band I) mit zweiSchraubenbolzen D umgiebt, durch welche die beiden Bremsbacken auf den Umfangder Scheibe gepreßt werden, man hat zur wettern Anpressung dann nur die Mutternll nachzuziehen. Die obere Bremsbacke U ist mit einem Hebel I- von der Länge 1versehen, an dessen Ende sich eine Wagschale ck befindet. Es empfiehlt sich, elastischeEinlagen (Gummischeiben oder Federn) b zwischen beide Backen zu bringen, umdas durch das starke Anpressen der Bremse gegen den Scheibenumfang bewirkteZittern derselben zu verringern und die Bedienung dadurch zu erleichtern. Aufdie Wagschale werden nun so viel Gewichte ? gelegt und die Bremse dabei stetsnachgezogen, bis die Maschine die Anzahl Umdrehungen macht, bei welcher ichihre Arbeit messen will. Die Gewichte müssen der Bremse das Gleichgewichthalten. Diese Gewichte stellen nun in Verbindung mit dem Hebelarm l dasMaß für die Reibung zwischen Bremsscheibe und Bremsbacken dar. Hierausläßt sich dann leicht die geleistete Arbeit bestimmen.

Bei dem Anziehen der Bremse könnte der Fall eintreten, daß dieselbemit herumgenommen wird, es müssen daher Anschläge 0 und 0^ vorhanden sein,

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Fig 966.