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sie auf das Kügelchen eine vollständig entgegengesetzte Wirkung ausüben. Wirhaben mithin den Beweis, daß es zwei verschiedene Arten von Elektrizität giebt:die Glaselektrizität und die Harzelektrizität. Die erstere nennt man positiveElektrizität und bezeichnet sie mit -s-, die zweite nennt man negative und be-zeichnet sie mit —.
In der Physik bezeichnet positiv und negativ nichts anderes als zwei Kräfteoder Größen, die sich ununterbrochen bestreben, einander aufzuheben. DieserGegensatz der beiden Kraftwirkungen ist vertauschbar. In Beziehung auf jedepositive Elektrizität ist die entgegengesetzte stets negativ, umgekehrt steht dernegativen stets die positive gegenüber. Die Bezeichnung ist demnach ganz ver-änderlich. Alle Körper, die den elektrischen Zustand wie die Glasstange besitzen,sind Positiv, und alle, die die elektrischen Eigenschaften wie die Siegellackstangebesitzen, sind negativ elektrisch. Aus diesen Beobachtungen ergiebt sich derFundamentalsatz:
1. Gleichnamige Elektrizitäten (also positiv und positiv oder negativund negativ) stoßen sich einander ab und ungleichmäßige (alsopositive und negative) ziehen sich einander an.
Das Hollundermarkkügelchen war nach der Berührung mit der Glasstangepositiv und nach Berührung mit der Siegellackstange negativ elektrisch.
In dem geschichtlichen Teile ist bereits der von Volta geordneten elektrischenSpannungsreihe Erwähnung gethan. Diese bezieht sich auf das Vorstehende.Man kann nämlich die hauptsächlichsten Metalle derart ordnen, daß jedes der-selben, mit einem der folgenden berührt, positiv elektrisch, mit einem der vorher-gehenden, negativ elektrisch wird. Die wichtigsten Metalle dieser Reihe sind inder von Volta bestimmten Folge:
-j- Zink, Kadmium, Zinn, Eisen, Blei, Kupfer, Nickel, Silber,Antimon, Gold, Platin und ferner Kohle —.
Hierauf beruht das Voltasche Spannungsgesetz, welches lautet:
2. Die elektromotorische Kraft zwischen zwei beliebigen dieserMetalle ist gleich der Summe der elektromotorischen Kräftealler zwischenliegenden Paare.
Die Entfernung, auf die ein elektrischer Körper auf andere Körper elektri-sierend einwirkt, heißt sein Wirkungskreis (elektrische Atmosphäre) und dashierfür bestimmte Gesetz lautet:
3. Jede Elektrizität erzeugt in ihrem Wirkungskreise die ihrentgegengesetzte.
Nach dem Gesetze der Verteilung muß von zwei aneinander geriebenenKörpern der eine immer positiv, der andere negativ elektrisch werden; welchervon beiden jedoch das eine oder andere wird, ist nur Annahme, ein maßgebendesGesetz hierfür existiert nicht. Bei der Mitteilung der Elektrizität zeigt es sichdaß derjenige Körper, der einem anderen von seiner Elektrizität abgiebt, vonder eigenen einbüßt. Bei der Mitteilung der Elektrizität ist auch die Gestaltder betreffenden Körper von bedeutendem Einflüsse auf die Schnelligkeit und