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Der praktische Maschinenbauer : ein Hand- und Lehrbuch über den modernen Maschinenbau, sowie über das Wesen der Elektrizität und ihre Anwendung in der Industrie, insbesondere im Maschinenbau / von G. Ripke und F. Liebetanz
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geschlossenen Stromkreis bildet. Die Spule L ist mit einer größeren AnzahlLagen wie Spule ^ eines dünneren Drahtes umwickelt, dessen Enden b, d' miteinem Galvanoskop 61 (Fig. 1112) verbunden sind. Sobald nun die Spule ^in die Spule 6 geschoben wird, schneiden ihre Kraftlinien die SpulenwicklungL und es wird in dieser ein Strom induziert; zieht man die Spule wiederheraus, so entsteht ein zweiter Stromstoß, der nun die Richtung des Haupt-stromes hat, beide Ströme verlaufen nun also in der Richtung der Pfeile v, ound ck, ck, d. h. in der Richtung des Uhrzeigers. Beim Einschieben der Spule^.bewegt sich der Stromstoß in L in entgegengesetzter Richtung (Pfeils Fig. 1112),was an den Ausschlag der Magnetnadel des Galvanoskops 61 erkannnt werden kann.

Wählt man als Nebenspirale eine solche von vielen Windungen dünnemDrahte, so sind die entstehenden Jnduktionsströme vorzugsweise durch ihre physio-logische Wirkung ausgezeichnet, welche besonders stark hervortreten, wenn manden Hauptstrom rasch hintereinander schließt und wieder öffnet. Auf dieseWeise arbeiten die unter dem volkstümlichen Namen Elektrisierapparate bekanntenInduktionsapparate. Verbindet man die Enden d, der Nebenspule Lmit je einem metallenen Handgriffe, schließt den Stromkreis der Hauptspirale ^nachdem diese in die Nebenspirale k eingesteckt wurde, und schaltet in denStromkreis ein Unterbrecherrad ein, das aus einem mittels Kurbel rasch dreh-barem Zahnrade besteht, auf dem ein Kupferdraht federnd schleift, wodurchUnterbrechungen und Schließungen des Stromes in rascher Folge erreicht werden.Jede Unterbrechung oder Schließung verursacht in dem Körper einer Person,welche die Handgriffe mit feuchten Händen umfaßt, einen elektrischen Schlag.

Wir gelangen nun wieder zu einem interessanten Punkte zurück, der unsbei Erklärung der Fig. 1101 auffiel. Wenn man nämlich in ein Soleno'td einenEisenstab steckt, so wird die magnetische Kraft des Soleno'ids bedeutend erhöht,woraus hervorgeht, daß der Magnetismus seinen Weg lieber durch Eisen, alsdurch die Luft wählt. Auch die Induktion wird durch das Eisen in die Lagegesetzt, sich stärker zu äußern. Da nach den Ampsreschen Gesetzen der Magne-tismus eines in eine stromdurchflossene Drahtspule eingebrachten Eisenstabes imgleichen Sinne wirkt, wie die magnetische Kraft des Stromes, oder mit anderenWorten, weil dadurch das magnetische Feld verstärkt wird, lassen sich sämtlicheEffekte der Jnduktionsspirale durch Einführung eines Eisenstabes in die Höhlungder Hauptspirale steigern. In einem massiven Eisenstabe entstehen Jnduktions-ströme, welche die Jnduktionsströme in der Spirale behindern und einen großenTeil der dem Apparat zugeführten elektrischen Energie verbrauchen, wobeisie sich selbst stark erwärmen. Diese Ströme nennt man infolge ihres eigen-artigen Verhaltens Wirbelströme oder nach ihrem Entdecker FoucaultscheStröme, die man in der Praxis dadurch vernichtet, daß man das Eisen durchgefirnißte Scheiben oder Drähte teilt-

Eine noch weitere Erhöhung der Jnduktionswirkung kann man erreichen,wenn man den der primären Schule zugeleiteten Strom nicht einfach öffnet undschließt, sondern durch Verwendung eines rotierenden Kommutators in Wechsel-strom verwandelt (Transformatoren), worauf später eingegangen werden wird.