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Der praktische Maschinenbauer : ein Hand- und Lehrbuch über den modernen Maschinenbau, sowie über das Wesen der Elektrizität und ihre Anwendung in der Industrie, insbesondere im Maschinenbau / von G. Ripke und F. Liebetanz
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chemischer Hinsicht hervor, hierdurch läßt in gleichem Maße auch die Spannung(Volt) zwischen den Platten mehr und mehr nach, bis bei Überwiegen derBleisulfatmoleküle ein rapider Abfall der Spannung erfolgt, der Akkumulatorist entladen.

Geschieht die Entladung des Akkumulators mit großer Stromdichte, d. h.starkem Strom im Verhältnis zur Oberfläche der Platten, so spielt sich dieserProzeß fast nur auf der äußersten Oberfläche der Platten durch eine Tiefe vonBruchteilen von Millimetern ab, je geringer jedoch die Stromdichte ist, destomehr kommen auch die inneren Teile der Bleisalzschicht (aktive Masse) zur Ver-wendung, und desto höher wird dadurch die Leistungsfähigkeit (Kapazität) desAkkumulators. Diese Zunahme der Kapazität bei langsamerer Entladung hängtvon der Dicke der aktiven Schicht und der Porosität derselben ab und schwanktbei den üblichsten deutschen Akkumulatorenkonstruktionen zwischen 25 und 50 Pro-zent zwischen drei- und zehnstündiger Entladung. Schaltet man einen mitstarkem Strom entladenen Akkumulator aus oder setzt die Stromstärke wesentlichherab, so regeneriert sich die schon entladene oberste Schicht auf Kosten derinneren noch geladenen Masse, und es steigt damit wieder allmählich dieSpannung und Stromabgabefähigkeit des Akkumulators. Man nennt diesenVorgang das Erholen der Zellen.

Die Theorie des Ladens des Akkumulators . Da der Strom einer Dynamo-maschine, mittels dessen der Akkumulator geladen wird, in letzterem die umge-kehrte Richtung hat als der Entladestrom, treten nun die Versetzungsproduktedes angesäuerten Wassers an den entgegengesetzten Platten auf als bei der Ent-ladung. Zu der -j- Platte tritt der 0, welcher mit dem kl> 80^ der ent-ladenen -j- und 1 Molekül Wasser wieder Bleisuperoxyd und Schwefelsäureerzeugt, nach der Formel:

Ladung -j- Platte: 80^ -ff 0 Z- 8- 0 ^ 0z -s- 8z 80^,

während an der Platte der Wasserstoff das Bleisulphat zu metallischemBleischwamm unter Freiwerden von Schwefelsäure reduziert, nach der Formel:

Ladung Platte: kb 80^ -j- 8z kb -s- 8z 80^.

Es erzeugt somit der Ladestrom allmählich aus dem aktiven Material derPlatten unter Bindung von Wasser und Freiwerden von Schwefelsäure da-her Steigen des spezifischen Gewichtes der Säure diejenigen chemischen Ver-bindungen, von denen wir im geladenen Akkumulator ausgegangen waren,nämlich Bleisuperoxyd in der -j-, Bleischwamm in der Platte. Ist die ganzeaktive Masse wieder in den Anfangsznstand zurück gewandelt, so können die0 und 8 Gase nicht mehr gebunden werden und entweichen in Blasenformder Akkumulator ist geladen.

Auch bei der Ladung ist eine gewisse Zeit dazu erforderlich, bis die vonder Oberfläche nach innen fortschreitende Veränderung die ganze aktive Massedurchsetzt hat. Es darf daher auch hier eine gewisse Stromdichte nicht über-schritten werden, wenn man haben will, daß möglichst alle den Platten zuge-führte elektrische Energie in chemische umgewandelt und aufgespeichert wird und

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