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Der praktische Maschinenbauer : ein Hand- und Lehrbuch über den modernen Maschinenbau, sowie über das Wesen der Elektrizität und ihre Anwendung in der Industrie, insbesondere im Maschinenbau / von G. Ripke und F. Liebetanz
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Verhältnis hervorgebracht werden oder aber durch die der Allgem. Elektrizitäts-Gesellsch. patentierte, auf derselben Welle sitzende Drehstrom-Zusatzmaschine(Fig. 1259), mittels welcher die Spannung des in den Anker eingeführten Dreh-stromes geändert wird, was dann eine entsprechende Spannungsänderung desGleichstromes zur Folge hat. In diesem Falle hat also der Drehstrom-Gleich-strom-Umformer auf der Gleichstromseite den Kommutator und auf der Dreh-stromseite die Zusatzmaschine mit den Schleifringen.

Bei den Zweimaschinen-Umformern hat man normale Gleichstrommaschinen,deren Spannung, wie allgemein üblich, mit Hilfe des Nebenschlußregulatorsvariiert werden kann. Der Maschinist hat sich dabei während des Betriebes

Fig. ISSS.

lediglich um die Gleichstrommaschine zu kümmern. Er braucht von Parallel-schaltung und von Regulierung des oos P nichts zu verstehen; seine Drehstrom-Motorseite wird durch plötzliche Spannrings- oder Umdrehungs-Schwankungender Hochspannungszentrale wesentlich weniger beeinflußt wie bei den übrigenSystemen.

Auf entsprechende Weise kann man übrigens auch mittels Zweimaschinen-Umformern Gleichstrom der einen Spannung in solchen einer andern Spannungumwandeln.

Die Leitung.

Die Fortleitung des elektrischen Stromes kann auf zwei verschiedene Artenerfolgen: durch eine Hin- und eine Rückleitung (Zweileitersystem) oder durchzwei Hinleitungen und eine Rückleitung (Dreileitersystem). Das Zweileitersystemkann wiederum nach verschiedenen Methoden ausgeführt werden. Entweder liegt dieZentralstelle mit der Maschine inmitten des Leitungsnetzes, oder es werden vonder Maschine nach dem Zentrum des Leitungsnetzes mehrere Hauptleitungen ge-führt, die sodann jede für sich einen bestimmten Teil der Anlage zu speisenhaben, oder die Hauptleitung wird direkt von der Maschine aus an den zu be-leuchtenden Gebäuden, Plätzen u. s. w- entlang geführt, und die Lampen werdendurch Seitenleitungen angeschlossen. Die passende Schaltung findet man nichtallein durch Berechnung der Anlage, sondern auch die lokalen Verhältnisse fallenhierbei sehr ins Gewicht-