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Der praktische Maschinenbauer : ein Hand- und Lehrbuch über den modernen Maschinenbau, sowie über das Wesen der Elektrizität und ihre Anwendung in der Industrie, insbesondere im Maschinenbau / von G. Ripke und F. Liebetanz
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schwankungen vollkommen zu beseitigen, besitzt jede Dynamomaschine einen selbst-thätigen Nebenschlußregulator, und es ist mit Hilfe dieser Apparate und einersachgemäßen Betriebsführung auch gelungen, den beabsichtigten Zweck vollkommenzu erreichen.

Beim Betriebe des Kalanders muß die Möglichkeit gegeben sein, denselbenzeitweise mit ganz geringer Geschwindigkeit laufen zu lassen, z. B. beim Sati-nieren sehr starker Papiersorten. Für den Fall, daß das Papier zu wenig ge-feuchtet ist, läßt man den Kalander schneller laufen, und umgekehrt langsamer,wenn es zu stark gefeuchtet ist. Man hat es dadurch in der Hand, immer einenbestimmten Feuchtigkeitsgrad im Papiere zu halten. Der Motor erhielt einenAnlaßwiderstand, kompiniert mit Hauptstrom-Regulator, zum Herabmindern dernormalen Umdrehungszahl um 50°/«. Außerdem ist ein Nebenschluß-Regulatorvorhanden, welcher die normale Umdrehungszahl um 15»/<> zu erhöhen gestattet.Auf diese Weise ergiebt sich eine Veränderlichkeit der Umdrehungszahl zwischen 360und 830. Gegen übermäßige Belastung ist der Motor, wie auch alle übrigen,durch einen selbstthätigen Starkstrom-Ausschalter gesichert.

Die Transmission des Querschneidersaales wird durch einen Elektromotorvon 10,7 ?8 mit Zahnradvorgelege angetrieben. Durch einen Motor von5,2 U8 wird mittels eines Riemenvorgeleges die Anfeuchtmaschine betrieben.Auch bei dieser Maschine ist für das Durchführen des Papieres und das An-feuchten verschieden starker Papiersorten eine zeitweise Veränderung der Ge-schwindigkeit erforderlich.

Von den Verwendungen des elektrischen Stromes bei größeren Anlagenist es namentlich der Bergbau, der sich für seine Zwecke der Elektrizität be-mächtigt hat, und die Grubenverwaltungen haben der Elektrotechnik in hohemGrade ihre Aufmerksamkeit zugewandt. Es dürfte wohl auch kein industriellesGebiet zur vorteilhaften Anwendung der Elektrizität sei es Beleuchtung oderKraftübertragung derart geeignet sein, wie der Bergbau und auch hier istes namentlich die schnelle und leichte Installation und die Erzeugung des elek-trischen Stromes, die vorzugsweise ins Gewicht fallen. Bei elektrischen Leitungenhat ein etwaiger Verlust, der bei Dampfleitungen die Gruben unzugänglich, beiWasser den Boden schlecht oder unter Umstände:', gar nicht passierbar macht,keinerlei Unzuträglichkeiten im Gefolge. In Bergbaukreisen hat sich die Er-kenntnis Bahn gebrochen, daß ein rationeller Bergbaubetrieb ohne Zuhilfenahmeder Elektrizität nicht mehr möglich ist. Es sind zahlreiche elektrische Anlagenentstanden, sodaß heute die Vorteile der elektrischen Kraftübertragung für denBergbau als anerkannt gelten dürfen. Elektrische Bergwerks - Anlagen besteheneinerseits aus der elektrischen Kraftstation, welche in zentralisiertem Betriebe diegesamte benötigte elektrische Energie erzeugt, und andererseits aus den einzelnenArbeitsmaschinen, welche über das ausgedehnte Grubengebiet zerstreut, die er-zeugte Energie aufnehmen, um die einzelnen Arbeiten zu verrichten.

Neben den elektrisch betriebenen Grubenventilatoren und Grubenbahnensind es besonders die Fördermaschinen, für die der elektrische Antrieb eine ein-schneidende Wandlung herbeiführte und das Beispiel einer solchen Anlage, von