Vorwort.
Dec Religionsunterricht mutz umgestaltet, mehr denallgemeinen Bedürfnissen der Gegenwart wie den besonderndes Schülers angepaßt werden, wenn er fruchtbringend seinsoll. Diese Forderung, die heute mehr denn je betont wird,mutz von jedem Neligionslehrer unterschrieben werden, welchesauch sein dogmatischer Standpunkt sein mag. „Verständigerzu werden ist das erste Ziel der menschlichen Bestimmung;täglich besser zu werden, das zweite. Der klarste Verstandund der kräftigste Wille sind aber nichts, ohne ein gefühl-volles Herz. Übung in der Liebe und Freude am Wohltunvermögen dem Menschen die Glückseligkeit zu verschaffen.Wir sollen nicht allein weise, sondern durch die rechte Weis-heit auch gut und durch Weisheit und Tugend auch glücklichwerden. Das Höchste unseres Wissens ist aber das Wissenvon Gott, das Beste unseres Wollens ist die Erfüllungseiner Gebote und das Edelste unserer Gefühle ist die Liebezu ihm." (C. Kehr). Das Kind dieser Bestimmung ent-gegenzuführen, ihm, so weit es auf dieser Altersstufe mög-lich ist, helfend zur Seite zu stehen, datz es unter allen Kämpfenund Versuchungen des Lebens zum letzten Ziel menschlichenStrebens komme: zum Frieden eines religiösen Gemütes —das ist der Zweck und die Aufgabe des Religionsunterrichtes.
Ich matze mir nun nicht an, die Frage der Umgestaltungdes Religionsunterrichtes gelöst zu haben, hoffe aber mitdiesem Buche einen Beitrag zu leisten, dem Lehrer und demSchüler ein Hilfsmittel zu geben. An Hand dieses Lesestoffes,den aus der eigenen Erfahrung zu vermehren, Lehrer undSchüler nicht schwer fallen sollte, scheint es mir möglich zu