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Lesebuch für den Religionsunterricht an den Gemeinde- und Bezirksschulen des Kantons Aargau / erstellt von Karl Schweizer
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hinüber zu bringen und der Vater wollte die Fahrt zuerstwagen. Mutter und Kinder weinten, als er in das schwache,bretterne Fahrzeug stieg und die vier schwarzen Männer ihnfortführen wollten. Er aber sagte:Weinet nicht! Drüben istes ja besser und ihr alle kommt ja bald nach." Als dasSchifflein wieder kam und die Mutter abholte, weinten dieKinder noch mehr. Aber auch sie sagte:Weinet nicht! in dembessern Lande sehen wir uns wieder." Endlich kam das Schiff-lein, um auch die zwei Kinder abzuholen. Sie fürchteten sichsehr vor den schwarzen Männern und zitterten vor dem furcht-baren Meere, über das sie hinüber sollten. Unter Furcht undZittern näherten sie sich dem Lande. Aber wie freuten sie sich,als ihre Eltern am User standen, ihnen die Hände boten, siein den Schatten hoher Palmen führten und aus blumigemRasen sie mit Milch, Honig und köstlichen Früchten bewirteten.O wie töricht war unsere Furcht/'sagten die Kinder,nichtfürchten, sondern freuen hätten wir uns, sollen, als die schwarzenMänner kamen, uns in das bessere Land abzuholen!"

Meine lieben Kinder!" sprach nun der Vater,unsereÜberfahrt von jener wüsten Insel in dies herrliche Land hatfür uns noch eine schöne Bedeutung. Es steht uns allen nocheine weitere Reise bevor, aber in ein noch viel schöneres Land.Die ganze Erde, auf der wir wohnen, gleicht einer Insel; dasherrliche Land hier ist für uns ein wenn auch schwachesAbbild des Himmels; die Überfahrt dahin über das stür-mische Meer ist der Tod. Jenes Schifflein erinnert an dieBahre, in der vier schwarze Männer uns einst forttragenwerden. Aber, wenn einst die Stunde schlägt, da ich odereure Mutter von euch fort müssen, so erschrecket nicht. DerTod ist für gute Menschen nichts als eine Überfahrt insbessere Land."

In meines Vaters Hause sind viele Wohnungen; wenn es nicht sowäre, so wollte ich zu euch sagen: Ich gehe hin, euch eine Stätte zubereiten. (Joh. 14, 2.)

Der Tod ist verschlungen in den Sieg. Tod, wo ist nun deinStachel, Grab, wo ist dein Sieg? Gott sei Dank, der uns den Sieggegeben hat durch unsern Herrn Jesum Christum . (1. Korr. 18. 88.)