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7. Der erste Schritt zum Bösen. (?i)
Es war ein heitrer Frühlingstag; Heller, klarer Sonnen-schein fiel durch das Fenster in eine Familienstube, in welchersich ein Vater mit seinem Knaben Heinrich befand. DerSonnenglanz und die Blütenpracht lockten hinaus ins Freieund Heinrich, der lieber draußen herumgesprungen wäre,bat seinen Vater um die Erlaubnis, auf die Straße gehenzu dürfen. Trotz des schönen Wetters wehte aber ein naß-kalter, ungesunder Wind; der Vater schlug dem Sohne dieBitte ab und ging hernach an die Arbeit. Heinrich gehorchteund ging in die Nebenstube zu seinen Spielsachen.
Nach einer Weile kam ein Spielkamerad. „Komm hin-aus, Heinrich," ruft Franz, „wir wollen ein ViertelstündchenBall spielen."
„Ich darf nicht, der Vater hat mir verboten, heute insFreie zu gehen." — „Was?" ruft Franz verwundert undschaut beinahe mitleidig den Heinrich an; „was? dein Vaterhätte solches gesagt? das ist mir unbegreiflich, daß dir deinMater nicht einmal diese kleine Freude gönnen will; beidiesem schönen Wetter. Ach was, komm mit; das schadet dirnichts und dein Vater braucht es nicht zu merken. Und wennauch, wegen dieser Kleinigkeit wird er dich nicht strafen."
Und Heinrich schaute, wie die Sonne so schön schien undhörte die Vögel zwitschern und glaubte seinem Kameraden —und hui! waren die beiden zur Hintertüre hinaus. Wie daslustig war und wie der Wind den Ball fortwehte! —
„Heinrich, wo bist du?" hallt auf einmal im Hause dieStimme des Vaters. Der Knabe, mitten unter der Scharseiner lustigen Gesellen, hört den Ruf und sieht den Vaterunter die Haustüre treten. Da erfaßt tiefe Scham seineSeele und Furcht vor der Strafe macht sein Gemüt erzittern.Er flieht ums Haus herum und versteckt sich. Was hilft's?Einmal muß er schließlich doch hervor und vor den Vatertreten, der mit ernstem vorwurfsvollen Blicke ihn empfängt.„Mein Sohn, warum bist du ungehorsam gewesen und hast