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führen? Saul , der Iabes befreit! das ist der Mann, deres mit den Philistern aufnimmt. Er soll unser König sein!Hinaus zogen die Krieger und mit ihm viel Volk nach Eibeaund riefen Saul zum König aus. Samuel war von diesenEreignissen so überrascht wie Saul , aber da er seinem Volkedie Freiheit nicht geben konnte, so mußte er zurücktreten vordem Kriegsheld, der nun mit starker Hand die sieggewohntenPhilister angriff. In seinem Sohne Jonathan hatte ertatkräftige Hilfe; denn auch dieser war mit dem Kriege wohlvertraut. Die Philister wurden geschlagen und in ihr Landzurückgedrängt. Auch die andern Feinde Israels , die Ama-lekiter, die Könige von Moab und Edom mußten Saulsstarken Arm erfahren; sein Schwert kam nie leer zurück unddie Töchter Israels kleideten sich in Purpur und schmücktensich mit Gold.
So war endlich in der Not der Zeit aus den zersplittertenund unter sich uneinigen Stämmen ein Volk geworden. Saul aber blieb trotz seiner königlichen Würde ein einfacher Mann,der in Friedenszeit sein Erbgut bebaute. Er hatte keine glän-zende Hofhaltung; nur eine Anzahl der tüchtigsten Heldensammelten sich um ihn wie Abner, sein Feldhauptmann,David, der Sohn Jsais, aus Bethlehem , seines ältestenSohnes Jonathan Freund.
Ungetrübt sollte Sauls Regierung nicht verlaufen. Wohlwar auch er ein Verehrer Jehovahs und achtete den greisenSamuel; aber in den Kämpfen und Kriegen stimmten diereligiösen Forderungen des letztern nicht immer mit den mili-tärischen des erftern überein; nach und nach machte sich eineMißstimmung geltend, die sich auch auf das Volk übertrug,von dem ein Teil mehr ihm, ein anderer mehr Samuel anhing.Noch war ja nicht das ganze Volk so einig wie es hätte seinsollen und als Samuel starb, von allen tief betrauert, mitdem König nicht versöhnt, trat der Geist des Mißtrauensnoch deutlicher hervor.
Allen diesen schlimmen Erfahrungen war Saul nicht mehrgewachsen; sein sonst so klarer Verstand begann sich zu trüben;