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Lesebuch für den Religionsunterricht an den Gemeinde- und Bezirksschulen des Kantons Aargau / erstellt von Karl Schweizer
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der König wurde schwermütig und ließ sich zu Gewalttätig-keiten hinreißen. Ein finstrer Geist des Argwohns und desMißtrauens bemächtigte sich seiner; David mußte flüchtenund als aufs neue sich ein Krieg der Philister erhob, suchteder König bei einer Wahrsagerin Zuflucht. Auf Gilboa kames zum Kampf, Saul verlor Schlacht und Leben; mit ihmsielen auch seine Söhne. Die Bürger von Jabes aber, denener einst geholfen hatte, brachten seinen Leichnam in Sicherheitund begruben ihn.

32. David. (io)

Nach Sauls Tod wurde David König. Dieser, aus an-gesehener Familie, Jsais jüngster Sohn, war schon frühe anden Hos des Königs gekommen. Die Lust an Gefahren undAbenteuern hatte den reich begabten Knaben von den Herdenseines Vaters weggelockt, im Kampfe mit Bären und Löwenhatte er seine Kraft erprobt, er begehrte sie nun auch ankriegerischen Helden zu messen. Dazu boten ihm die fort-währenden Feldzüge Sauls reichlich Gelegenheit. In jugend-kühnem Mute und frohem Vertrauen auf die Macht seinesGottes fürchtete er auch die Recken und Riesen im Philister-lande nicht, den Unmut des Königs bannte er stets mit Ge-sang und Saitenspiel, mit Jonathan dem Königssohne ver-band ihn innige Freundschaft, durch Heirat war er selber einköniglicher Prinz geworden es lag sehr nahe, daß er selberKönig werden wollte. Wer zum Herrscher geboren ist, demfehlt auch der Ehrgeiz nicht, es zu werden. Aber Sauls Augen waren scharf, und noch war Israel kein erblichesKönigreich, sondern ein Wahlkönigtum, die südlichen Stämme,besonders das bisher unbekannte Juda, war bei seinenGegnern so mußte David fliehen und führte nun bis zumTode Sauls ein Abenteuerleben, selbst im Dienste derLandesfeinde.

Da nach der verlorenen Schlacht bei Gilboa die nördlichenStämme zu schwach waren, um das Königreich Sauls aufrecht