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Unerlaubtes, aber störte die häusliche Eintracht und führtezu Parteiungen, aber auch zu maßloser Leidenschaft im Ge-folge der Macht. Auf Anstiften der Priester ließ David vorihrer Mutter Augen die letzten Söhne Sauls kreuzigen; andem Weibe eines seiner Helden vergriff er sich; in der eigenenFamilie, unter seinen Söhnen und Töchtern, brach Streit undHader aus — so endete dieses mächtigen, glanzvollen Herr-schers Leben im häuslichen Unfrieden und legte dadurch schonjetzt den Grund zur spätern Reichstrennung. Der Hirten-knabe, der sich zum König aufgeschwungen hatte, war großin seinen Tugenden, groß in seinen Fehlern. Er lebte 1000Jahre vor Christus.
Nach dem Tode Davids setzte es die Priesterpartei durch,daß einer der jüngern Prinzen, Salomo , Sohn derBathseba , König wurde. Obwohl er zuerst seinen GegnernVerzeihung gewährt hatte, so ließ er doch ihre Häupter um-bringen: seinen Bruder Adonja, seines Vaters alten Feld-herrn Joab , Simei, aus dem Hause Sauls und andere. Dieunterworfenen Völker erhoben sich; aber mit Hilfe des Kö-nigs von Ägypten , dessen Tochter er zur Königin von Israel machte, vermochte er ihrer Herr zu werden. Salomo war keinkriegerischer Fürst, er liebte den Glanz und die Pracht desHerrschers. Sein Vater hatte ihm viele Reichtümer hinter-lassen und mit diesen begann er nun Jerusalem zu verschönernmit Palästen, neuen Mauern und Festungswerken und vorallem durch den Bau des Tempels. Neben diesen kost-spieligen Unternehmungen suchte er den Wohlstand des Volkeszu heben dadurch, daß er Handelsverbindungen anknüpfte.Mit dem König Hiram von Tyrus schloß er ein Bündnis,mit Ägypten stand er im engern Verkehr, als Herr von Edom besaß er auch die Handelsstraßen bis aus rote Meer. Auchließ er Schiffe ausrüsten, die an uns unbekannte Orte imindischen Ozean fuhren, Gold, Edelsteine, Sandelholz und