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Lesebuch für den Religionsunterricht an den Gemeinde- und Bezirksschulen des Kantons Aargau / erstellt von Karl Schweizer
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seltene Tiere heimbrachten. Des Königs Anteil betrug jedes-mal gegen 40 Millionen Franken. Allein der König brauchtedas Geld; seine Geräte waren von Gold, goldene Schildeschmückten seine Leibwache, es hieß kurz gesagt: Salomo machte das Silber den Steinen gleich und die Ledern denSykomoren. Nichtsdestoweniger verschlang der Hof so viel,daß Salomo Land abtreten mutzte; er begann das Volk mitSteuern zu drücken und schwere Frohndienste zu fordern.

Der Ruf seines Reichtums ging in alle Lande, nicht minderauch der seiner Weisheit. Weisheit im Sinne von scharfemVerstand, Klugheit in Richtersprüchen, Aufgeben von Rätseln,Erfindung praktischer Lebensregeln und von weit her kamenLeute, um seine Klugheit zu bewundern, so datz es hietz,Salomo kenne auch die Sprache der Tiere und sei Herr überdie Geisterwelt. »Das Volk Israel aber seufzte unter demDrucke der Abgaben und neben der Verehrung Jehovahsnahm der Götzendienst wiederum seinen Anfang.

So brach denn, als Salomo starb, eine Revolution aus,die zur Trennung des Reiches führte.

34. Die Reichslrennung. ( 12 )

An Mißvergnügten fehlte es in dem damals noch großenReiche nicht und da Salomo die alte Einfachheit der GottesVerehrung verlassen und den Glanz und den Prunk heidnischerGötzendienste zum Vorbild genommen hatte, von welchemschließlich doch nur die Hauptstadt und ihre Umgebung einenNutzen hatten, und weil auch im alten HerrscherstammeEphraim Männer waren, denen die neue Art der königlichenHofhaltung als ein Greuel erschien, so fehlte es nicht anGründen, um eine Änderung in der Regierung zu verlangen.Als das Volk in Sichern versammelt war, wo die Königs-wahl nach altem Brauche stattfinden sollte, rief man Re-st a b e a m, dem Erben Salomos zu:Dein Vater hat unserJoch hart gemacht, erleichtere uns den schweren Dienst!" Deraber war ein junger Fant, der mehr auf den Rat seiner