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Reiche Gottes zu predigen. „Die Zeit ist erfüllet unddas Reich Gottes ist herbeigekommen. Tut Butze und glaubetan das Evangelium." Wohl wunderten sich seine Mitbürgerüber seine ebenso lieblichen als ergreifenden Worte, die ausseinem Munde gingen; denn er predigte gewaltig und nichtwie die Schriftgelehrten. Aber mit dem, was er sagte, warensie nicht einverstanden und stießen ihn voll Unwillens zurStadt hinaus.
So wanderte denn Jesus hin und her im galiläischenLande, lehrte und predigte bald in den Synagogen, bald aufdem Felde, bald auf einem Berge, bald am See Genezareth ,wie gerade die Leute sich um ihn sammelten und wo er konnte,half er den unzähligen Armen und Kranken, die nirgends eineHeimat und eine Pflege hatten. Denn ihn jammerte seinesVolkes, weil es zerstreut war, wie Schafe, die keinen Hirtenhaben. Und da er gerne und viel half, so brachten sie vonallen Seiten zu ihm alle, die irgend ein Leiden hatten; mitmancherlei Krankheiten und schmerzhaften Übeln behaftete,Dämonische, Mondsüchtige und Gelähmte.
58. Die ehrsüchtigen Jünger. ( 92 )
Auf dem Wege nach Jerusalem , die Herzen voll ehr-süchtiger Pläne, sagten Jakobus und Johannes zu ihremMeister: Gib uns, daß wir fitzen einer zu deiner Rechten,einer zu deiner Linken in deiner Herrlichkeit. Jesus abersprach: Ihr wisset nicht, was ihr bittet. Könntet ihr denKelch trinken, den ich trinke und euch taufen lassen mit derTaufe, mit welcher ich getauft werde? Sie sprachen: Ja wirkönnen es. Er aber fuhr weiter: Den Kelch, den ich trinke,werdet ihr trinken und getauft werden mit der Taufe, mitwelcher ich getauft werde. Das Sitzen aber zu meiner Rechtenoder Linken stehet mir nicht zu, sondern es wird denen zuteil, welchen es bereitet ist. Als die andern Jünger solcheshörten, wurden sie unwillig über die beiden andern. DerHerr aber rief ihnen und sagte: Ihr wisset, die als Fürsten