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Lesebuch für den Religionsunterricht an den Gemeinde- und Bezirksschulen des Kantons Aargau / erstellt von Karl Schweizer
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60. Judas , der Verräter. (9?)

AIs das Fest der ungesäuerten Brote, von den JudenPassah genannt, herannahte, suchten die Hohepriester undSchriftgelehrten, wie sie Jesus umbringen könnten; dennsie fürchteten sich vor dem Volk. Da ging einer der Zwölfe,Judas Jschariot , zu den Hohepriestern und sprach: Waswollt ihr mir geben? Ich will ihn euch verraten. Sie aberwogen ihm dar 30 Silberlinge. Und von dem an suchte erGelegenheit, wie er ihn verriete.

Als ihm aber sein Verrat gelungen, Jesus gefangen, ver-urteilt und gekreuzigt worden war, ergriff Reue den Judas und er brachte die 30 Silberlinge wieder den Hohepriesternund Ältesten und sprach: Ich habe Übel getan, daß ich un-schuldiges Blut verraten habe. Sie aber sprachen: Was gehtuns das an? Da siehe du zu! Da warf er die Silberlingein den Tempel, wich von bannen, ging hin und erhängtesich. Die Hohepriester aber nahmen das Geld und sagten:Wir dürfen es nicht in den Eotteskasten legen, denn es istBlutgeld. So kauften sie daraus einen Acker zum Be-gräbnis der Fremdlinge.

61. Die Salbung in Bethanien. (98)

Als Jesus in Bethanien war, im Hause Simons des Aus-sätzigen und zu Tische fast, kam eine Frau mit einem Alabaster-gefäß voll kostbarem ungefälschtem Nardenöl. Sie zerbrachdas Gefäß und goß das Oel über sein Haupt. Da grolltenetliche: Warum diese Vergeudung? Das Oel hätte um mehrals 300 Dinare verkauft und der Erlös den Armen gegebenwerden können. Und sie ereiferten sich sehr gegen die Frau.Jesus aber sagte: Lasset sie! Sie hat ein gutes Werk ge-tan. Denn die Armen habt ihr allezeit bei euchund könnt ihnen Gutes tun, wann ihr wollt.Mich habt ihr aber nicht allezeit. Sie hat getan, was sienicht lassen konnte und zum voraus meinen Leib gesalbt zumeinem Gedächtnis.

Karl Schweizer. Lesebuch für den Religionsunterricht. 2. Auflage. 4