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62. Gethsemane. ( 99 )
In der Osterzeit, oder wie die Juden sagten, den Tagender ungesäuerten Brote, da sie zur Erinnerung an den Aus-zug aus Ägypten das Passahlamm atzen, verlangte auchJesus darnach, zum letztenmal im Kreise seiner Jüngerdiese Feier zu begehen. Am Schlüsse derselben nahm erdas Brot, dankte, brach es und sprach: Nehmet, esset, dasist mein Leib, der für euch gebrochen wird,- solches tut zumeinem Gedächtnis. Desgleichen nahm er auch den Kelch,dankte, gab ihnen denselben und sprach : Das ist mein Blut,das Blut des neuen Bundes. Solches tut, so oft ihr estrinket, zu meinem Gedächtnis.
Darnach gingen sie aus der Stadt hinaus an den Oelbergund kamen zu einem Garten, der Hietz Gethsemane . UndJesus sprach zu seinen Jüngern: Meine Seele ist betrübt bisin den Tod; bleibet hier und wachet mit mir. Dann ginger ein wenig weiter, fiel aus die Erde und betete: Vater,ist's möglich, so nimm diesen Kelch von mirhinweg; doch nicht wie ich will, sondern wie duwillst. Die Jünger aber schliefen. Und er weckte sie mitden Worten: Vermöget ihr nicht eine Stunde zu wachen?Wachet und betet, datz ihr nicht in Versuchungfallet. Der Geist ist willig, aber das Fleischist schwach. Und er ging hin und betete abermals: MeinVater, ist's nicht möglich, datz dieser Kelch an mir vorübergehe,ohne datz ich ihn trinke, so geschehe dein Wille. Die Jüngeraber schliefen auf's Neue. Und zum drittenmale ging er hinund betete. Dann aber rief er: Es ist genug, die Stunde istgekommen. Siehe, des Menschen Sohn wird überantwortetin der Sünder Hände. Stehet auf und latzt uns gehen!Siehe, der mich verrät, ist nahe.
Während er noch redete, kam Judas und mit ihm eineSchar mit Schwertern und mit Stangen von den Hohe-priestern und Schriftgelehrten und Ältesten. Der Verräteraber hatte ihnen ein Zeichen gegeben: Welchen ich küssen werde,der ist's; den greifet und führet ihn sicher davon. Und alsotat er. Sie legten die Hände an ihn und führten ihn vondannen. Die Jünger aber verliehen ihn und flohen.