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Lesebuch für den Religionsunterricht an den Gemeinde- und Bezirksschulen des Kantons Aargau / erstellt von Karl Schweizer
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mals leugnete Petrus und schwur: Ich kenne den Menschennicht. Diejenigen, die umherstanden, traten ihm näher undbehaupteten: Wahrlich, du bist auch einer von denen; dennschon deine Sprache verrät dich. Da hob er an sich zu ver-fluchen und zu schwören: Ich kenne den Menschen nicht. Undalsobald krähte der Hahn. Da dachte Petrus an die Mahnungseines Meisters, ging hinaus und weinte bitterlich.

65. (102)

O Haupt voll Blut und Wunden , voll Schmerz und vollerHohn,

O Haupt, zum Spott umwunden mit einer Dornenkron',

O Haupt, sonst schön gekrönet mit höchster Ehr und Zier,Jetzt aber gar verhöhnet, gegrüßet seist du mir!

O edles Angesichts, vor dem einst alle WeltWird zittern im Gerichte, wie bist du so entstellt!

Wie bist du so erbleichet! Wer hat dein Augenlicht,

Dem sonst kein Licht mehr gleichet, so schmachvoll zugericht?

Nun, was du Herr erduldet, ist alles meine Last,

Ich, ich hab' es verschuldet, was du getragen hast.

Schau her, hier steh' ich Armer, der Zorn verdienet hat:Gib mir, o mein Erbarmer, den Anblick deiner Gnad'!

Erkenne mich, mein Hüter! mein Hirte, nimm mich an!Von dir, Quell aller Güter, ist mir viel Guts getan:

Dein Mund hat mich gelabet, dein Wort hat mich gespeist,Und reich hat mich gelabet mit Himmelslust dein Geist.

Ich will hier bei dir stehen, verachte mich doch nicht!Von dir will ich nicht gehen, wenn dir dein Herze bricht.Und wird dein Haupt erblassen im letzten Todesstoß,Alsdann will ich dich fassen in meinem Arm und Schoß.

Ich danke dir von Herzen, o Jesu, liebster Freund,

Für deines Todes Schmerzen, da du's so gut gemeint.

Ach gib, daß ich mich halte zu dir und deiner Treu'

Und wenn ich einst erkalte, in dir mein Ende sei.