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Lesebuch für den Religionsunterricht an den Gemeinde- und Bezirksschulen des Kantons Aargau / erstellt von Karl Schweizer
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Wenn ich einmal soll scheiden, so scheide nicht von mir;Wenn ich den Tod soll leiden, so tritt du dann hersür;Wenn mir am allerbängsten wird um das Herze sein,

So reiß' mich aus den Ängsten kraft deiner Angst und Pein.

Erscheine mir zum Schilde zum Trost in meinem TodUnd laß mich sehn dein Bilde in deiner Kreuzesnot.

Da will ich nach dir blicken, da will ich glaubensvollFest an mein Herz dich drücken: Wer so stirbt, der stirbt wohl.

(P. Gerhardt.)

66 . Vor Pilatus. (103)

Als der Morgen graute, hatten die Ältesten des Volkesihren Plan gemacht. Sie banden Jesus und führten ihn vordas Richthaus des römischen Statthalters Pontius Pilatus .Dieser fragte: Bist du der Juden König? Jesus antwortete:Du sagst es; ich bin ein König. Mein Reich ist nicht vondieser Welt; wär es, so würden meine Diener dafür kämpfenund ich wäre nicht den Juden überantwortet worden. Ichbin dazu geboren und in die Welt gekommen, daß ich dieWahrheit bezeuge. Wer aus der Wahrheit ist, der höretmeine Stimme. Da rief Pilatus : Was ist Wahrheit? Zuden Juden aber sagte er: Ich finde keine Schuld an ihm. Aufalle die Anklagen der Juden aber erwiderte Jesus kein Wort,so daß sich selbst der Statthalter verwunderte. Er hattenun die Gewohnheit, auf das Fest irgend einen Gefangenenfrei zu geben und so stellte er neben Jesus den Barabbas ,einen wegen Aufruhr und Mord Verurteilten. Das ganzeVolk aber schrie auf seine Frage, welchen er losgeben sollte,Jesus oder Barabbas :Barabbas!"

Da ließ Pilatus Jesus geißeln; die Kriegsleute flochtenaus Dornen eine Krone und drückten sie ihm aufs Haupt,legten ihm einen Purpurmantel um, gaben ihm ein Rohr indie Hand, sielen vor ihm nieder und verhöhnten ihn: Seigegrüßet, Judenkönig! und schlugen ihn. Pilatus aber sagteaufs neue zu den Juden: Sehet, welch ein Mensch!Was soll ich mit ihm machen? Ich finde keine Schuld an