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tus und bat, ihm den Leichnam zum Begräbnis zu über-lassen. Pilatus gewährte ihm diese Bitte. Da ging er hinund nahm den Leib Jesu vom Kreuze, wobei ihm Nico-demus, auch ein Ratsherr, zur Seite stand. Sie wickeltenden Leichnam in feine Leinwand und legten ihn in eineGrabeshöhle, die Joseph in einen Felsen hatte hauen lassen.Vor die Öffnung des Grabes wälzten sie einen Stein. Dannkehrten sie und die Frauen, die mit Jesus aus Galiläa ge-kommen waren und von ferne zugeschaut hatten, in die Stadtzurück, um in stiller Trauer den Sabbath zu verbringen.
69. Ostermorgen. (io?)
Frühmorgens am ersten Tage der Woche gingen dieFrauen zum Grabe, um den Leichnam Jesu zu salben. Un-terwegs sprachen sie zu einander: Wer wälzt uns den Steinvon des Grabes Tür? Als sie aber herzukamen, sahen sie,daß der Stein schon weggewälzt war; das Grab aber fandensie leer. Und wie sie hineingingen, sahen sie einen Jünglingsitzen in glänzendem Gewand, der rief ihnen zu: Wassuchet ihr den Lebendigen bei den Toten? Erist nicht hier, er ist auferstanden. Die Frauen aber,voll Furcht und Zittern, eilten in die Stadt zurück und ver-kündeten die Botschaft den Jüngern. Denen aber kam esvor wie ein Märchen, das sie nicht glauben konnten. AIssie aber selber hingingen, fanden sie alles, wie die Frauenes gesagt hatten.
Maria Magdalena aber war vor dem Grabe draußen ge-blieben und weinte. Und wie sie weinte, bückte sie sich in dasGrab hinein und sieht zwei Engel sitzen in weißen Kleidern,die sie fragen: Weib, was weinst du? Sie spricht zu ihnen:Sie haben meinen Herrn weggenommen und ich weiß nicht,wo sie ihn hingelegt Haben. Wie sie sich umwendet, sieht sieJesus , ohne zu wissen, daß er es ist. Jesus spricht zu ihr:Weib, was weinest du? Wen suchest du? Sie aber, meinender sei der Gärtner, fragte ihn: Herr, hast du ihn weggetragen,so sage mir, wo du ihn hingelegt hast und ich will ihn holen.