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Lesebuch für den Religionsunterricht an den Gemeinde- und Bezirksschulen des Kantons Aargau / erstellt von Karl Schweizer
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Freunde begleiten ihn bis zur Türe des Grabes und kehrenwieder in ihre Häuser. Der dritte, den er oft im Leben ammeisten vergast, sind seine wohltätigen Werke. Sieallein begleiten ihn bis zum Trone des Richters; sie gehenvoran, sprechen für ihn und finden Barmherzigkeit und Gnade.

(I. G- Herder.)

82. Versöhnlichkeit. ( 136 )

Zu Jesus sprach einmal der Jünger Petrus : Herr, wie oftmuh ich meinem Bruder, der gegen mich sündigt, vergeben?Bis auf sieben Mal? Jesus antwortete: Nicht nur siebenmal,sondern siebenzig mal siebenmal. Und erzählte ihnen folgen-des Gleichnis: Ein König wollte mit seinen Knechten rechten.Da ward einer vor ihn gebracht, der war 10,000 Talenteschuldig. Da er aber nicht bezahlen konnte, befahl der Herr,dost er verkauft werde, er und sein Weib und seine Kinderund alles, was er hatte, damit die Schuld bezahlt werde.Da fiel der Knecht nieder auf sein Angesicht und jammerte:Habe Geduld mit mir, so will ich dir alles bezahlen. DenHerrn dauerte der Arme; er gab ihn frei und erliest ihm dieSchuld.

Wie nun dieser Knecht hinaus ging, traf er einen Mit-knecht, der ihm 100 Denare schuldig war. Da packte er ihnan, würgte ihn und rief: Bezahle, was du mir schuldig bist.Der Mitknecht fiel nieder vor ihm und bat ihn und sprach:Habe Geduld mit mir, so will ich dir bezahlen. Er aberwollte nicht, sondern ging hin und warf ihn ins Gefängnis,bis er bezahlen würde, was er schuldig war.

Als die andern Knechte solches sahen, wurden sie betrübt,gingen hin und berichteten alles dem König. Da rief dieserihn herbei und sprach zu ihm: Du arger Knecht! Alle jeneSchuld habe ich dir erlassen, dieweil du mich batest; muhtestdu nicht auch dich erbarmen über deinen Mitknecht, wieich mich über dich erbarmet habe? Und der Herr ward zornigund überantwortete ihn den Peinigern, bis er bezahlen würde