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alles, was er schuldig war. — So wird auch mein himmlischerVater euch tun, wenn ihr nicht ein jeglicher seinem Brudervon Herzen vergebet.
So jemand spricht: Ich liebe Gott und haßt doch seineBruder,
Der treibt mit Gottes Wahrheit Spott und reißt sie ganzdarnieder.
Gott ist die Lieb' und will, daß ich den Nächsten liebe gleichals mich.
Wir haben Einen Gott und Herrn, sind Eines LeibesGlieder;
Drum diene deinem Nächsten gerne, denn wir sind alle Bruder.Gott schuf die Welt nicht bloß für mich, mein Nächster ist seinKind wie ich.
Du schenkst mir täglich so viel Schuld, du Herr, vonmeinen Tagen,
Ich aber sollte nicht Geduld mit meinen Brudern tragen,Dem nicht verzeihn, dem du vergibst, und den nicht lieben,den du liebst? (Geliert.)
83. Die beiden Schuldner. (i88)
Zu Simon, dem Schriftgelehrten, sagte eines TagesJesus: Ein Gläubiger hatte zwei Schuldner. Der eine warihm 500 Denare schuldig, der andre 50. Da sie nicht be-zahlen konnten, schenkte er es beiden. Welcher unter ihnen wirdihn wohl am meisten lieben? Simon antwortete: Ich ver-mute, der, dem er am meisten geschenkt hat. Da sagte Jesus :Du hast recht geurteilt.
84. Der reiche Kornbauer. ( 141 )
Es war ein reicher Mann, dessen Feld hatte wohl ge-tragen; alle seine Scheunen waren nicht groß genug, um dieErnte unterzubringen. Da gebot er, sie abzubrechen und neue,größere Scheunen zu bauen. AIs es geschehen war und die