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und der Wind pfiff scharf über die schneebedeckten Dächer.„Mein Sohn!" bat fanst der Greis, „ich fühle mich heute sounwohl, geh' du für mich auf den Markt." — „Wer? ich?"antwortete der Sohn mit Entrüstung; „ich, ein Student, sollteeinen Sack tragen und Bücher aus dem Markt verkaufen?Nein, nein! Das schickt sich nicht!"
Der Greis ging nun allein zur Stadt und kehrte abendszurück, ganz erkältet durch den Schnee und den Regen. Erwurde krank und starb wenige Tage darauf. „Dieser Vaterwar mein Vater und der hochmütige Sohn war ich," setzteJohnson hinzu und verdeckte die herabfallenden Tränen mitseinen Händen. „Seit 30 Jahren," fuhr er fort, „gehe ichjedesmal am 21. Dezember auf den Markt und verweile mitunbedecktem Haupte einige Minuten lang an dem Ort, womein Vater zwanzig Jahre lang Bücher verkaufte, um michUndankbaren zu erhalten."
Gib Eltern, was du kannst und gern bis an das Grab.
Du schenkest nicht, du trägst nur alte Schulden ab.
(Kinderfreund.>
98. Gelübde. (178)
Ich hab' mich ergeben Ach Gott , tu' erheben
Mit Herz und mit Hand Mein jung HerzensblutDir, Land voll Lieb und Leben Zu frischem, freud'gem Leben,Mein teures Vaterland! Zu freiem, frohem Mut!
Mein Herz ist entglommen, Latz Kraft mich erwerbenDir treu zugewandt, In Herz und in Hand.
Du Land der Frei'n u. Frommen Zu leben und zu sterbenDu herrlich Vaterland! Für's heilge Vaterland.
(H. F. Matzmann.)