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Lesebuch für den Religionsunterricht an den Gemeinde- und Bezirksschulen des Kantons Aargau / erstellt von Karl Schweizer
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In seiner alten Heimat nun verkündet der bärtige Munddes gewaltigen Mannes die großen Taten des Gottes seinerVater, den er Iehovah nennt, der ihn berufen habe, seinVolk aus der Knechtschaft Ägyptens zu erlösen. Es gelingtihm, die Gemüter zu entflammen und zur Auswanderung zubewegen. Der Pharao verweigerte die Erlaubnis; auch dievielen schlimmen Naturereignisse, die Ägypten während langerZeit heimsuchen und welche von Mose als göttliche Straf-gerichte gedeutet werden, vermögen den harten Sinn desKönigs nicht zu erweichen und nur zu einer religiösen Feierin der Wüste gibt dieser schließlich die Erlaubnis. Heimlichaber sammelt sich das ganze Volk und rüstet alles zu einemvollständigen Auszug aus dem Lande der Bedrückung, zueiner Wanderung nach einem neuen, von Gott durch Mose ihm verheißenen Lande.

100 Moses Tod. (6)

Auf des Nebo Felsenrücken steht ein Greis, gebückt am Stab,Schaut mit tiefen Feuerblicken auf das weite Land hinab.Rückwärts im Schatten, mit Wolken bedecket,

Sieht er die steinige Wüste gestrecket,

Vorwärts im abendlich sonnigen BrandStrahlt das gelobte, das heilige Land.

Moses ist's, der alte Streiter, Gottes vielgeprüfter Knecht,Seine Wange glüht noch heiter, seine Kraft grünt ungeschwächt.Hundertundzwanzig durchrungene JahreFurchten die Stirne und bleichten die Haare,

Aber sie schwächten das Adlergesicht,

Beugten die eisernen Schultern ihm nicht.

Müder Wandrer, bist am Ende, leg' ihn hin den schwerenStab!

Falte fromm die hagern Hände, hier auf Nebo harrt deinGrab!

Aber am Ziele zum Lobe der GnadeMust're noch einmal der Wanderschaft Pfade,