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besonders seine sich bis in den Tod aufopfernde Liebe hatteneinen so tiefen Eindruck aus sie gemacht, daß sie ihn auchjetzt nicht als einen von Gott Verworfenen halten konnten.Sie waren vielmehr fest überzeugt, daß Jesus von Gottzu himmlischer Herrlichkeit erhoben sei.
Vom heiligen Geiste erfüllt, traten sie schon am erstenPfingstsest nach Jesu Kreuzigung zu Jerusalem auf und ver-kündigten mit freudigem Mut und Begeisterung, daß Jesus inWahrheil der ihnen von Gott geschenkte Messias und Er-löser sei. Der Menge, welche sich um sie versammelte, legtendie Apostel auch aus Herz, welch' eine schwere Schuld dieJuden damit aus sich geladen, daß sie Jesum, den Mann vonGott, unschuldig ans Kreuz gebracht hatten.
Da sie aber das hörten, ging es ihnen durchs Herz undsie sprachen zu Petrus und den übrigen Aposteln: „IhrMänner, liebe Brüder, was sollen wir tun?" Petrus ant-wortete: „Tut Buße und es lasse sich ein Jeglicher taufenauf den Namen Jesu Christi zur Vergebung der Sünden, sowerdet ihr die Gabe des heiligen Geistes auch empfangen."Noch mit vielen andern Worten ermähnte er sie und sprach:„Lässel euch erretten von diesem verkehrten Geschlechte!"
Die nun sein Wort gerne annahmen, ließen sich taufen.Es wurden zu der Gemeinde hinzugefügt an selbigem Tagebei dreitausend Seelen.
Alle aber, die gläubig geworden, kamen täglich zusammenund hörten der Apostel Lehre. Sie versammelten sich imTempel, aber auch in ihren Häusern, wo sie das heiligeAbendmahl feierten und Gott lobten. Obschon sie an Christusals den Messias und Heiland glaubten, hielten sie sich dochnoch streng an die Vorschriften des jüdischen Gesetzes undstunden daher im Anfang bei dem Volk in großer Gunst.Besonders schön war ihr Verhalten zu einander. Es wird vonihnen bezeugt : „die Menge der Gläubigen war ein Herz undeine Seele und Keiner sagte von seinen Gütern, daß sie seinwären, sondern es war ihnen alles gemein. Wer Äcker oderHäuser hatte, verkaufte sie, brachte den Erlös des Ver-